Geschichten können in drei Absätzen erzählt werden oder in drei Bänden à 3000 Seiten. Ungeachtet der Länge lässt sich jedes Epos auf einen Plot herunterbrechen. Auf den einen Satz, der aussagekräftig dieses Gesamtwerk beschreibt. Diesen Satz wollen alle hören, die Ihr Werk noch nicht gelesen haben...
Erst recht, wenn es noch gar nicht verlegt worden ist und Sie
versuchen, einen Agenten oder einen Verlag oder eine Filmproduktion
dafür zu interessieren. Bevor diese Leute Ihrem Werk Aufmerksamkeit
widmen, wollen sie mit einem Satz geködert werden.
Das nervt viele
Autoren erheblich, mich auch. Verständlich ist es allerdings schon. Man
kann ja wohl erwarten, dass einem wenigstens der Autor kurzgefasst und
in präzisen Worten erklären kann, worum es in seiner Geschichte geht.
Dafür
darf man gerne auch mehr als einen Satz benutzen. Nur ausufern darf es
nicht. Die Hauptfigur, ihr Ziel, ihre Motivation, das große Hindernis
auf dem Weg zum Ziel, vermeintliches Scheitern, Überwindung und finaler
Erfolg. Damit lassen sich schon etliche Geschichten erzählen. Zum Beispiel der Kinofilm „E.T. – Der Außerirdische“:
„Ein außerirdisches Wesen findet sein Raumschiff nicht mehr, mit dem es in seine Heimat zurückkehren könnte. Es wird vom zehnjährigen Elliott entdeckt, dem Einsamkeit nicht fremd ist, weil er gerade von seinem Vater verlassen wurde. Elliott und andere Kinder beschützen den Außerirdischen vor bedrohlichen Regierungsagenten, die E.T. letztlich doch erwischen. Er stirbt scheinbar, aber durch das zurückkehrende Raumschiff und die tatkräftige Hilfe der Kinder gelingen Wiedererweckung, Flucht und Heimkehr des Außerirdischen.“Sich einen Roman von 500 Seiten abzuringen, ist hart. Dafür den Klappentext zu schreiben und den Plot sozusagen auf dem Format einer Briefmarke zu erzählen, ist manchmal fast noch härter. Es ist durchaus einfacher, Geschichten zusammenzufassen, für die man nicht hart arbeiten musste, weil sie nämlich von anderen geschrieben wurden. Falls Sie also solche Zusammenfassungen üben möchten:
Wählen Sie sich eine Ihnen gut bekannte Geschichte (Kurzgeschichte, Roman, Film…) aus. Und dann versuchen Sie, den Kern dieser Geschichte in wenigen Sätzen zu erzählen.
Das kann Nerven kosten.
Doch so lässt sich diese Fähigkeit trainieren. Spielt man das mit mehreren Leuten gleichzeitig („Jeder schreibt jetzt den Plot von ‚Harry und Sally‘ auf. Zeit: 10 Minuten. Achtung, fertig, los!“) und liest man sich gegenseitig die Ergebnisse vor, kann es sogar richtig Spaß machen.
Und wenn man dieses Kapitel in einem Satz zusammenfasst? Dann könnte der so aussehen:
Legen Sie den Kern ihrer Geschichte frei, das zentrale Bedürfnis ihrer Hauptfigur, ihr äußeres und ihr inneres Ziel, bevor Sie den Plot und seine Wendepunkte in wenigen Sätzen zusammenfassen.Lassen Sie mich noch zwei Sätze hinzufügen:
Das klappt nicht sofort, das muss man üben. So wie alles beim Schreiben.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert