Herzlich willkommen!
Sie schreiben ein Buch oder ein Theaterstück? Sie arbeiten an einem Drehbuch oder an einer Kurzgeschichte? Glückwunsch! Schreiben ist eines der schönsten Dinge der Welt! Aber es ist auch eine der einsamsten und schwierigsten Beschäftigungen, wenn man alleine vor seinem Text sitzt, ohne Hilfe, ohne Unterstützung.Das will Tatort-Schreibtisch ändern!
Von den Profis lernen – das ist die Logline unserer Autoreninitiative. Erfahrene und erfolgreiche Schreib-Profis berichten auf dieser Webseite von ihrer Arbeit und verraten Ihnen Tipps und Tricks, mit denen Sie auf dem Buchmarkt oder im Drehbuchgeschäft erfolgreich sind.
Das Herz unserer Initiative ist das Autorenpaten-Programm. Hier bieten Ihnen über 40 renommierte und professionell schreibende Autorinnen und Autoren an, Sie und Ihr Schreibprojekt mit ihrem Wissen und ihrem Rat zu begleiten.
Mit unserem Autorenpaten-Programm sind wir Partner des innovativen Verlagsprojektes Woobooks. Alle Manukripte, für die bei einem unserer Autorenpaten und -patinnen eine Manuskripteinschätzung gebucht wurde, haben die Chance auf eine Verlagsveröffentlichung.
In unserer Rubrik "Tatort -Schreibtisch: Ausgezeichnet!" präsentieren wir preisgekrönte oder preisnominierte Kurzgeschichten, die den jeweiligen Autoren große Beachtung verschafft haben - zum Nachlesen und zum Mut machen.
Ergänzt wird unsere Seite durch verschiedene Rubriken: zum Beispiel die "Frage der Woche", die "Schreibregel der Woche" oder auch der "Tatort der Woche", in der bekannte Autoren ihren Arbeitsplatz vorstellen.
In der Rubrik Über Tatort-Schreibtisch erklären wir kurz, wie die Webseite funktioniert, in der Rubrik FAQ beantworten wir alle Fragen zu unserem Autorenpaten-Programm.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr
Markus Stromiedel

Markus Stromiedel ist Autor und Drehbuchautor und Initiator von "Tatort-Schreibtisch"
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Profiautoren als Ratgeber
Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin telefoniert mit Ihnen und gibt Ihnen Antworten auf Ihre Fragen zu Verlagen, zur Buchbranche, zur Kino- und Fernsehlandschaft oder der Theaterwelt.
Einschätzung Ihres Textes / Buches / Drehbuches
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Autorenpaten-Programm
Das Programm und die Preise im Detail
Das sind die Autorenpaten
Manuskript für das Autorenpatenprogramm einreichen
Hilfe durch das Autorenpaten-Programm
Im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch haben Sie die Möglichkeit, sich für Ihr aktuelles Schreibprojekt eine professionelle Autorin oder einen erfolgreichen Autor als Ratgeber an Ihre Seite zu holen. Das Angebot reicht vom Info-Gespräch über die fachliche Einschätzung Ihres Manuskriptes bis zur Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agentur-Bewerbung. Alle Autorenpaten sind erfahrene Schreib-Profis, die ihre Texte erfolgreich in Verlagen veröffentlichen, häufig preisgekrönt sind und z.T. auch als Dozenten lehren. Tatort-Schreibtisch ist Partner von Woobooks.Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wollten
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Ihr Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
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Individuelles Patenprogramm
Bei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
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Autorenpatin der Woche
Drei verschiedene Namen, drei unterschiedliche Genres: Christiane Dieckerhoff ist eine vielseitige Autorin...
Christiane Dieckerhoff
Autorenpatin für ProsaDrei verschiedene Namen, drei unterschiedliche Genres: Christiane Dieckerhoff ist eine vielseitige Autorin...
Unter ihrem Realnamen schreibt sie Krimis, die im Ullstein
Verlag erscheinen, als Anne Breckenridge historische Romane, und mit
ihrem geschlossenen Pseudonym Frauenromane. Bei ihrer Arbeit mit Texten
sind ihr vor allem Sprache, Figurenentwicklung und bildhaftes Erzählen
wichtig, außerdem hat sie einen untrüglichen Sinn für logische Brüche in
einer Story. Die ehemalige Kinderkrankenschwester ist aktive
Netzwerkerin und organisiert im Syndikat die Arbeit der Debütjury. Bei
den Mörderischen Schwestern betreut sie als Mentorin angehende
Autorinnen.
Christiane Dieckerhoff ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa
Engel der Themse - Dryas
Spreewaldtod - Ullstein
Das Vermächtnis der Piratin - Instant Books
Blütenträume - Leporello Verlag
Schillers Schatten (mit H.-W. Jezewski) - Mitteldeutscher Verlag
Kurzgeschichten in Anthologien
SOKO Graz Steiermark - Gmeiner
Flossen hoch 3.0 - Leda
Tod und Tofu – KBV
Mord zwischen Kraut und Rüben – Leporello
Mondäne Morde – secolo
Ihre Kurzgeschichte „Hechte der Nacht“ wurde 2016 für den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie Kurzkrimi 2015 nominiert, der Roman „Engel der Themse“ war 2017 auf der Shortlist für den Homer Literaturpreis in der Kategorie Bester historischer Krimi/Thriller.
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Christiane Dieckerhoff ist eine der Paten im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.
Bibliographie (Auswahl):
Prosa
Engel der Themse - Dryas
Spreewaldtod - Ullstein
Das Vermächtnis der Piratin - Instant Books
Blütenträume - Leporello Verlag
Schillers Schatten (mit H.-W. Jezewski) - Mitteldeutscher Verlag
Kurzgeschichten in Anthologien
SOKO Graz Steiermark - Gmeiner
Flossen hoch 3.0 - Leda
Tod und Tofu – KBV
Mord zwischen Kraut und Rüben – Leporello
Mondäne Morde – secolo
Ihre Kurzgeschichte „Hechte der Nacht“ wurde 2016 für den Friedrich-Glauser-Preis in der Kategorie Kurzkrimi 2015 nominiert, der Roman „Engel der Themse“ war 2017 auf der Shortlist für den Homer Literaturpreis in der Kategorie Bester historischer Krimi/Thriller.
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Tatort der Woche
Der Schreibtisch. Der Rechner. Sonst nichts. Klare Verhältnisse. Schreiben mit Blick auf eine weiße Wand, auf der dann die Bilder, die Szenen entstehen, von denen man erzählt...
Klare Verhältnisse
von H.P. KarrDer Schreibtisch. Der Rechner. Sonst nichts. Klare Verhältnisse. Schreiben mit Blick auf eine weiße Wand, auf der dann die Bilder, die Szenen entstehen, von denen man erzählt...
Die Jalousien: runtergelassen. Das Telefon: stummgestellt. Der Kaffeebecher: voll. Und dann einfach schreiben.
H.P. Karr alias Reinhard Jahn ist Krimiautor im Ruhrgebiet und einer der Autorenpaten von Tatort-Schreibtisch.
Mehr Informationen über H.P. Karr
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H.P. Karr alias Reinhard Jahn ist Krimiautor im Ruhrgebiet und einer der Autorenpaten von Tatort-Schreibtisch.
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Die Frage der Woche

Franz Kafka, um mit einem ganz berühmten Beispiel zu beginnen, erzählt nahezu ausschließlich aus Sicht einer einzigen Person in der jeweiligen Geschichte. Nehmen Sie etwa seinen Roman Der Prozess: Erzählt wird in der dritten Person, jedoch in strenger Anbindung an K., seiner Hauptfigur. Allein dessen Erleben bestimmt das, was wir Leser über die Geschichte erfahren. Damit sind wir dem unverständlichen Apparat genauso hilflos ausgeliefert wie K. selbst. Figur und Geschichte, beides kommt uns sehr nah, und wir können gar nicht anders, wir müssen uns mit K. identifizieren.
Ähnlich ausgeprägte Anbindungen an eine einzige Figur in der Geschichte findet man bei Ich-Erzählungen, denn naturgemäß kann so ein Ich-Erzähler nur von seinem Kenntnisstand aus und aus seiner Sicht heraus berichten. Naheliegend, dass viele Ich-Erzähler ihre eigene Geschichte erzählen, also zugleich die Hauptfigur sind: Thomas Manns Felix Krull schreibt in Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull seine eigenen Memoiren, während Nell Zinks Tiffany in The Wallcreeper (deutsch: Der Mauerläufer) ganz ohne einen solchen Schreib-Vorwand aus ihrer Sicht ihre Geschichte erzählt.
Eine scheinbar eindeutige Antwort auf die Frage, wessen Geschichte von wem erzählt wird, ist der Anfang von Hermann Melvilles Moby Dick: „Nennt mich Ismael“, lautet der erste Satz des Romans. Allerdings ist Ismael, der Ich-Erzähler, hier nicht die Hauptfigur, sondern ein Zeuge oder Betroffener der Geschichte. Deren Verlauf jedoch bestimmt Kapitän Ahab mit seiner Gier, sich am weißen Wal Moby Dick zu rächen. Diese Aufteilung „Hauptfigur dort, Ich-Erzähler hier“ kennen Krimifans natürlich bestens – nämlich von Sir Arthur Conan Doyles fiktionalem Duo Sherlock Holmes (Hauptfigur) und Dr. Watson (Ich-Erzähler). Dennoch bleiben auch diese Varianten monoperspektivisch, denn alles, was erzählt wird, entspricht nur dem Blickwinkel des jeweiligen Erzählers, der über die inneren Motive der Hauptfigur (und aller anderen Figuren) genau wie der Leser nur spekulieren kann.
Die Möglichkeit, eine Geschichte aus Sicht verschiedener Figuren zu erzählen – also multiperspektivisch, aus verschiedenen Erzählperspektiven – und dabei die Weltsichten der Figuren unmittelbar aufeinander prallen zu lassen, dürfte mit zu den zentralen Bausteinen des Schreibhandwerks gehören, der einen Text aus Autoren- wie Lesersicht reizvoll macht.
Manches lässt sich nur multiperspektivisch erzählen: etwa wie unterschiedlich wir alle die Welt wahrnehmen und wie oft uns nicht mal in den Sinn kommt, dass andere die Sache anders sehen könnten. Im realen Leben mag das häufig zu unangenehmen Missverständnissen führen. In der Literatur kann das zum Quell für Komik und Ironie, aber auch tiefere Erkenntnis werden. Die Geschichte von Ratte, dem Junkie mit Helfersyndrom, und der verdeckten Ermittlerin Charlie mitsamt ihren manischen Zügen hätte ich jedenfalls nie aus nur einer Sicht erzählen können. Denn in meinem Roman Rattes Gift geht es darum, dass die beiden die brenzlige Situation, in der sie stecken, nur überleben können, wenn sie zusammenarbeiten – und dafür müssen sie lernen, wie der andere die Welt sieht. Okay, und kapieren, dass sie sich verliebt haben, müssen sie auch. Denn Liebe ist ja ebenfalls etwas, das aus Sicht jedes Beteiligten sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann ... Kurzum: Ein Roman, in dem es um gegenseitiges Sehen geht und in dem die Beziehung zwischen den Figuren essentiell ist, lässt sich oft im Wechsel der entsprechenden Figurenperspektiven am besten erzählen.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn man nicht sicher ist, ob einem das multiperspektivische Erzählen liegt, kann man es ja einfach mal für ein, zwei Kapitel ausprobieren. Und dann kann man auch gleich testen, ob man seine Figurenperspektiven lieber in der dritten Person gestalten möchte oder ob es zwei Ich-Erzähler sein müssen. In meinem Debüt, der Kriminalnovelle Der Tod ist ein langer, trüber Fluss, war das die Lösung. Nur, indem ich Ophelia, die Frau ohne Gedächtnis, die die Toten hört, und ihren toten 'Begleiter' Raffael als Ich-Erzähler auftreten lasse, kann ich dem Leser die Freiheit lassen, wie er diese nun, sagen wir, nicht ganz alltägliche Situation deutet. Wenn ein „ich“ spricht, geht es um die Erfahrungen und Ansichten eines Individuums, um etwas radikal Subjektives. Der Autor tritt still und leise hinter den Ansichten und Wahrnehmungen der Figur zurück, und der Leser ist gefordert, sich selbst seinen Reim darauf zu machen.
Die Möglichkeit, einerseits aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen und mit dem darin enthaltenen Potenzial für komische, tragische, ironische und andere Missverständnisse zu spielen, und andererseits komplett hinter seinen Geschöpfen zurückzutreten und obendrein dem Ganzen auch noch den Anstrich von Authentizität, ja 'Realität' zu geben, dürfte der Grund sein, warum das multiperspektivische Erzählen im ausgehenden 18.Jahrhundert mit einer ganz besonderen Gattung begann – nämlich als Briefroman.
Der Briefroman hat den Vorteil, dass sich auf der einen Seite das Material des Romans gewissermaßen selbst erklärt – zwei oder mehr Menschen schreiben einander Briefe und schildern darin ihr Erleben mit ihrer hoffentlich jeweils individuellen Sprache und aus ihrem ganz eigenen, jeweils begrenzten Blickwinkel. Auf der anderen Seite lässt das Raum für allerlei Verwechslungen (insbesondere, wenn Briefe verlorengehen), und haben wir es mit mehr als zwei Briefschreibern zu tun, lassen sich allein dadurch, wer wem was wie sagt oder eben auch verschweigt, ganz hervorragend Intrigen und andere fiese Machenschaften darstellen – siehe etwa Choderlos de Laclos Liasions dangereux (deutsch: Gefährliche Liebschaften - wobei ich hier natürlich das Buch und nicht die eine oder andere Verfilmung meine). Außerdem zeichnet sich der Briefroman durch besonders große Unmittelbarkeit aus, wie man etwa an der teils schon hysterischen, teils sogar tödlichen Begeisterung von Goethes Zeitgenossen für dessen Briefroman Die Leiden des jungen Werther sehen kann. Vermutlich hat das Gefühl, als Leser direkt dabei zu sein, dem Briefschreiber sozusagen über die Schulter zu spähen, auch dem Erfolg von Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind nicht geschadet.
Grundvoraussetzung für einen gelungenen Briefroman, ob nun altmodisch auf Papier, als E-Mail-Variante oder Whatsapp-Gruppe der literarischen Art konzipiert ist, dass jede, aber auch jede schreibende Figur eine eigene Sprache und einen eigenen Blickwinkel hat. Das heißt, gerade beim multiperspektivischen Roman ist es essentiell, dass ich als Autor ganz genau weiß, welche Figur was wann weiß und wer welcher falschen Fährte wann folgt.
Das gilt unabhängig davon, ob ich meinem Leser gegenüber mit dem Rahmen eines Briefromans die Situation, in der meine jeweiligen Ich-Erzähler schreiben, ganz klar vor Augen führe oder meine Ich-Erzähler ohne solches 'Stützwerk' abwechselnd berichten lasse. In seinem furiosen Du bist zu schnell lässt Zoran Drvenkar die verschiedenen Sichtweisen von Theo, Marek und vor allem der psychotischen Val unmittelbar aufeinanderkrachen. Was Realität, was Psychose, was Drogen geschuldet ist oder einfach nur eine Fehlinterpretation aufgrund fehlenden Wissens ist, gleich auf drei verschiedene Achterbahnen wird der Leser hier im Wechsel gesetzt - die natürlich am Ende ein Ganzes ergeben.
Drvenkar überschreibt seine Kapitel noch mit dem Namen des jeweiligen Ich-Erzählers. Bei meinem Roman Stimmengewirr, das den Leser ins Innenleben einer Multiplen Persönlichkeit mitnimmt, schien mir das weder passend noch nötig. So, wie die einzelnen Persönlichkeiten sich immer wieder nach den Zeitlücken, die durch das Switchen untereinander entstehen, orientieren müssen, lernt auch der Leser, meine sieben Ich-Erzähler immer schneller und leichter zu unterscheiden. Allerdings hat diesen Effekt zu erzeugen mich eine Menge Zeit und Arbeit gekostet. Ich musste dafür in die Entwicklung jeder einzelnen Figur, die auch als Ich-Erzähler auftritt, noch mehr Zeit stecken als sonst - und ich habe das fertige Manuskript gleich zwei Mal komplett zerlegt, um mir die Geschichte aus den jeweiligen Einzel-Ich-Ansichten noch einmal anzuschauen und gründlich zu überarbeiten: War die Geschichte jedes Ich-Erzählers in sich stimmig? Blieb jeder während seines Berichts in seinem jeweiligen Wissensstand und, vor allem, in seiner ganz eigenen, individuellen Sicht- und Sprechweise? Kein Wunder, dass bei dem Buch über zehn Jahre zwischen dem ersten Satz und dem Erscheinen lagen ...
Nun könnte man meinen, wenn man multiperspektivisch in der dritten Person schreibt, gäbe es keine Orientierungsprobleme, weil man dann einfach jeden personalen Erzähler, jede Perspektivfigur beim Namen nennen kann. Und außerdem, so könnte man weiterdenken, sei man damit einer Schwierigkeit enthoben, die bei Texten aus Sicht nur einer einzigen Figur auftreten: dass diese nicht immer alles wissen kann, was wir als Autoren gerade meinen, unseren Lesern erzählen zu müssen. Wer hier nicht weiter nachdenkt, tappt schnell in eine Falle, die gute Ideen zu schlechten Büchern machen kann.
Wenn ich mir Standard-Thriller und -Krimis anschaue, habe ich oft den Eindruck, die Autoren wollen es sich einerseits leicht und andererseits ihr Buch besonders spannend machen, indem sie nach Gusto zwischen Ermittlerteam, Opfern, Zeugen, falschen Verdächtigen und gern auch dem (anonymisierten) Täter hin und her springen. Wenn es gut gemacht ist, kann das die Leser mitnehmen. Aber das funktioniert nur dann, wenn der Autor nicht nur seine Geschichte, sondern vor allem seine Figuren ganz besonders gut kennt und sich sicher im Plot bewegt. Denn damit ich als Leser mitfiebern kann, muss ich nicht nur orientiert bleiben zwischen all den Figurenperspektiven, es müssen mich auch idealerweise alle Figuren emotional berühren. Und dafür muss sich der Autor die Mühe machen, sich auf alle Figuren, aus deren Sicht er erzählen will, auch wirklich einzulassen. Sonst bleibt das Ganze eine oberflächliche Scharade, ein bisschen wie Kasperletheater für Erwachsene, bei denen der Leser immer mal wieder das Krokodil kommen sieht oder den Polizisten, bevor das Sepperl oder die Gretel das auch nur ahnen.
Aber wenn sich jemand die Mühe macht, aus all den einzelnen Figurenperspektiven ein Ganzes (also eine Perspektivstruktur) zu entwickeln, dann können multiperspektivische Erzählungen auch und erst recht in der dritten Person nicht nur Bestseller werden (wie die Thriller von Sebastian Fitzek oder Dan Brown), sondern hohe Kunst sein. Achten Sie einfach mal bei den nächsten Büchern, die Sie lesen, darauf, wer die Hauptfigur ist und aus wessen Sicht erzählt wird – und eben darauf, ob es sich um mono- oder multiperspektivisches Erzählen handelt.
Und weil man am besten von den Besten lernt, zum guten Schluss hier noch zwei Buchtipps:
The Taking of Pelham One Two Three (1973), der Thriller um die Entführung einer New Yorker U-Bahn, den Morton Freedgood unter dem Pseudonym John Godey veröffentlichte, kennen die meisten vermutlich aus einer der verschiedenen Verfilmung. Der an sich schon spannenden Geschichte fügt der Roman (deutsche Übersetzung: Abfahrt Pelham 1 Uhr 23) über die Perspektivstruktur noch ein weiteres Element hinzu: Als Leser kennen wir nur die Alias-Namen der Täter im Zug, wir wissen nicht, wie sie aussehen. Obwohl wir erleben, dass sie da sind, und erfahren, was sie vorhaben, wissen wir nicht, wer wer ist. Das heißt, hier gelingt es über den Mix aus Figurenperspektiven den Leser einerseits tief in die Gedanken und Pläne der (Täter-) Figuren blicken zu lassen und ihnen doch so ausgeliefert zu sein wie die Geiseln bzw. ein den Ermittlern ähnliches Problem bei deren Identifizierung zu haben.
Wer es literarischer mag, dem sei Virginia Woolfs Roman The Waves (deutsch: Die Wellen) aus dem Jahr 1931 empfohlen. Mithilfe der Gedankenströme von sechs Figuren, allesamt Freunde, wird nicht nur das Wesen dieser sechs Individuen und ihrer Freundschaft erkundet, es wird zugleich die Geschichte eines abwesenden siebten, der selbst nie zum aktiven Sprecher wird, erzählt. Ein meisterhaftes und poetisches Verfahren.
Haben Sie Vergnügen beim Lesen! Von dem Sie sich zu eigenen Experimenten inspirieren lassen sollten. Denn, Sie wissen ja: Schreiben lernt man nur durchs Schreiben ...
Was bedeutet „multiperspektivisches Erzählen“?
von Mischa Bach

Bevor wir uns diese Frage widmen können, müssen wir erst eimal
definieren, was Perspektive in Bezug auf eine Erzählung meint. Eine
Geschichte zu erzählen (oder zu schreiben), bedeutet immer, dies aus
einem bestimmten Blickwinkel, einer bestimmbaren Perspektive heraus zu
tun. Dabei geht es nicht darum, von welchem Standpunkt man sich als
Autor der Sache nähert (selbst ein allwissender oder auktorialer
Erzähler, über den wir an anderer Stelle noch zu reden haben werden, ist
nicht einfach ein Abbild des realen Autors im Text). Es geht um die
Perspektiven der Erzählung selbst: Wessen Geschichte ist es und wer
erzählt sie – das ist die Frage, die man sich vor dem Schreiben stellen
und beantworten muss.
Franz Kafka, um mit einem ganz berühmten Beispiel zu beginnen, erzählt nahezu ausschließlich aus Sicht einer einzigen Person in der jeweiligen Geschichte. Nehmen Sie etwa seinen Roman Der Prozess: Erzählt wird in der dritten Person, jedoch in strenger Anbindung an K., seiner Hauptfigur. Allein dessen Erleben bestimmt das, was wir Leser über die Geschichte erfahren. Damit sind wir dem unverständlichen Apparat genauso hilflos ausgeliefert wie K. selbst. Figur und Geschichte, beides kommt uns sehr nah, und wir können gar nicht anders, wir müssen uns mit K. identifizieren.
Ähnlich ausgeprägte Anbindungen an eine einzige Figur in der Geschichte findet man bei Ich-Erzählungen, denn naturgemäß kann so ein Ich-Erzähler nur von seinem Kenntnisstand aus und aus seiner Sicht heraus berichten. Naheliegend, dass viele Ich-Erzähler ihre eigene Geschichte erzählen, also zugleich die Hauptfigur sind: Thomas Manns Felix Krull schreibt in Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull seine eigenen Memoiren, während Nell Zinks Tiffany in The Wallcreeper (deutsch: Der Mauerläufer) ganz ohne einen solchen Schreib-Vorwand aus ihrer Sicht ihre Geschichte erzählt.
Eine scheinbar eindeutige Antwort auf die Frage, wessen Geschichte von wem erzählt wird, ist der Anfang von Hermann Melvilles Moby Dick: „Nennt mich Ismael“, lautet der erste Satz des Romans. Allerdings ist Ismael, der Ich-Erzähler, hier nicht die Hauptfigur, sondern ein Zeuge oder Betroffener der Geschichte. Deren Verlauf jedoch bestimmt Kapitän Ahab mit seiner Gier, sich am weißen Wal Moby Dick zu rächen. Diese Aufteilung „Hauptfigur dort, Ich-Erzähler hier“ kennen Krimifans natürlich bestens – nämlich von Sir Arthur Conan Doyles fiktionalem Duo Sherlock Holmes (Hauptfigur) und Dr. Watson (Ich-Erzähler). Dennoch bleiben auch diese Varianten monoperspektivisch, denn alles, was erzählt wird, entspricht nur dem Blickwinkel des jeweiligen Erzählers, der über die inneren Motive der Hauptfigur (und aller anderen Figuren) genau wie der Leser nur spekulieren kann.
Die Möglichkeit, eine Geschichte aus Sicht verschiedener Figuren zu erzählen – also multiperspektivisch, aus verschiedenen Erzählperspektiven – und dabei die Weltsichten der Figuren unmittelbar aufeinander prallen zu lassen, dürfte mit zu den zentralen Bausteinen des Schreibhandwerks gehören, der einen Text aus Autoren- wie Lesersicht reizvoll macht.
Manches lässt sich nur multiperspektivisch erzählen: etwa wie unterschiedlich wir alle die Welt wahrnehmen und wie oft uns nicht mal in den Sinn kommt, dass andere die Sache anders sehen könnten. Im realen Leben mag das häufig zu unangenehmen Missverständnissen führen. In der Literatur kann das zum Quell für Komik und Ironie, aber auch tiefere Erkenntnis werden. Die Geschichte von Ratte, dem Junkie mit Helfersyndrom, und der verdeckten Ermittlerin Charlie mitsamt ihren manischen Zügen hätte ich jedenfalls nie aus nur einer Sicht erzählen können. Denn in meinem Roman Rattes Gift geht es darum, dass die beiden die brenzlige Situation, in der sie stecken, nur überleben können, wenn sie zusammenarbeiten – und dafür müssen sie lernen, wie der andere die Welt sieht. Okay, und kapieren, dass sie sich verliebt haben, müssen sie auch. Denn Liebe ist ja ebenfalls etwas, das aus Sicht jedes Beteiligten sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann ... Kurzum: Ein Roman, in dem es um gegenseitiges Sehen geht und in dem die Beziehung zwischen den Figuren essentiell ist, lässt sich oft im Wechsel der entsprechenden Figurenperspektiven am besten erzählen.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn man nicht sicher ist, ob einem das multiperspektivische Erzählen liegt, kann man es ja einfach mal für ein, zwei Kapitel ausprobieren. Und dann kann man auch gleich testen, ob man seine Figurenperspektiven lieber in der dritten Person gestalten möchte oder ob es zwei Ich-Erzähler sein müssen. In meinem Debüt, der Kriminalnovelle Der Tod ist ein langer, trüber Fluss, war das die Lösung. Nur, indem ich Ophelia, die Frau ohne Gedächtnis, die die Toten hört, und ihren toten 'Begleiter' Raffael als Ich-Erzähler auftreten lasse, kann ich dem Leser die Freiheit lassen, wie er diese nun, sagen wir, nicht ganz alltägliche Situation deutet. Wenn ein „ich“ spricht, geht es um die Erfahrungen und Ansichten eines Individuums, um etwas radikal Subjektives. Der Autor tritt still und leise hinter den Ansichten und Wahrnehmungen der Figur zurück, und der Leser ist gefordert, sich selbst seinen Reim darauf zu machen.
Die Möglichkeit, einerseits aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen und mit dem darin enthaltenen Potenzial für komische, tragische, ironische und andere Missverständnisse zu spielen, und andererseits komplett hinter seinen Geschöpfen zurückzutreten und obendrein dem Ganzen auch noch den Anstrich von Authentizität, ja 'Realität' zu geben, dürfte der Grund sein, warum das multiperspektivische Erzählen im ausgehenden 18.Jahrhundert mit einer ganz besonderen Gattung begann – nämlich als Briefroman.
Der Briefroman hat den Vorteil, dass sich auf der einen Seite das Material des Romans gewissermaßen selbst erklärt – zwei oder mehr Menschen schreiben einander Briefe und schildern darin ihr Erleben mit ihrer hoffentlich jeweils individuellen Sprache und aus ihrem ganz eigenen, jeweils begrenzten Blickwinkel. Auf der anderen Seite lässt das Raum für allerlei Verwechslungen (insbesondere, wenn Briefe verlorengehen), und haben wir es mit mehr als zwei Briefschreibern zu tun, lassen sich allein dadurch, wer wem was wie sagt oder eben auch verschweigt, ganz hervorragend Intrigen und andere fiese Machenschaften darstellen – siehe etwa Choderlos de Laclos Liasions dangereux (deutsch: Gefährliche Liebschaften - wobei ich hier natürlich das Buch und nicht die eine oder andere Verfilmung meine). Außerdem zeichnet sich der Briefroman durch besonders große Unmittelbarkeit aus, wie man etwa an der teils schon hysterischen, teils sogar tödlichen Begeisterung von Goethes Zeitgenossen für dessen Briefroman Die Leiden des jungen Werther sehen kann. Vermutlich hat das Gefühl, als Leser direkt dabei zu sein, dem Briefschreiber sozusagen über die Schulter zu spähen, auch dem Erfolg von Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind nicht geschadet.
Grundvoraussetzung für einen gelungenen Briefroman, ob nun altmodisch auf Papier, als E-Mail-Variante oder Whatsapp-Gruppe der literarischen Art konzipiert ist, dass jede, aber auch jede schreibende Figur eine eigene Sprache und einen eigenen Blickwinkel hat. Das heißt, gerade beim multiperspektivischen Roman ist es essentiell, dass ich als Autor ganz genau weiß, welche Figur was wann weiß und wer welcher falschen Fährte wann folgt.
Das gilt unabhängig davon, ob ich meinem Leser gegenüber mit dem Rahmen eines Briefromans die Situation, in der meine jeweiligen Ich-Erzähler schreiben, ganz klar vor Augen führe oder meine Ich-Erzähler ohne solches 'Stützwerk' abwechselnd berichten lasse. In seinem furiosen Du bist zu schnell lässt Zoran Drvenkar die verschiedenen Sichtweisen von Theo, Marek und vor allem der psychotischen Val unmittelbar aufeinanderkrachen. Was Realität, was Psychose, was Drogen geschuldet ist oder einfach nur eine Fehlinterpretation aufgrund fehlenden Wissens ist, gleich auf drei verschiedene Achterbahnen wird der Leser hier im Wechsel gesetzt - die natürlich am Ende ein Ganzes ergeben.
Drvenkar überschreibt seine Kapitel noch mit dem Namen des jeweiligen Ich-Erzählers. Bei meinem Roman Stimmengewirr, das den Leser ins Innenleben einer Multiplen Persönlichkeit mitnimmt, schien mir das weder passend noch nötig. So, wie die einzelnen Persönlichkeiten sich immer wieder nach den Zeitlücken, die durch das Switchen untereinander entstehen, orientieren müssen, lernt auch der Leser, meine sieben Ich-Erzähler immer schneller und leichter zu unterscheiden. Allerdings hat diesen Effekt zu erzeugen mich eine Menge Zeit und Arbeit gekostet. Ich musste dafür in die Entwicklung jeder einzelnen Figur, die auch als Ich-Erzähler auftritt, noch mehr Zeit stecken als sonst - und ich habe das fertige Manuskript gleich zwei Mal komplett zerlegt, um mir die Geschichte aus den jeweiligen Einzel-Ich-Ansichten noch einmal anzuschauen und gründlich zu überarbeiten: War die Geschichte jedes Ich-Erzählers in sich stimmig? Blieb jeder während seines Berichts in seinem jeweiligen Wissensstand und, vor allem, in seiner ganz eigenen, individuellen Sicht- und Sprechweise? Kein Wunder, dass bei dem Buch über zehn Jahre zwischen dem ersten Satz und dem Erscheinen lagen ...
Nun könnte man meinen, wenn man multiperspektivisch in der dritten Person schreibt, gäbe es keine Orientierungsprobleme, weil man dann einfach jeden personalen Erzähler, jede Perspektivfigur beim Namen nennen kann. Und außerdem, so könnte man weiterdenken, sei man damit einer Schwierigkeit enthoben, die bei Texten aus Sicht nur einer einzigen Figur auftreten: dass diese nicht immer alles wissen kann, was wir als Autoren gerade meinen, unseren Lesern erzählen zu müssen. Wer hier nicht weiter nachdenkt, tappt schnell in eine Falle, die gute Ideen zu schlechten Büchern machen kann.
Wenn ich mir Standard-Thriller und -Krimis anschaue, habe ich oft den Eindruck, die Autoren wollen es sich einerseits leicht und andererseits ihr Buch besonders spannend machen, indem sie nach Gusto zwischen Ermittlerteam, Opfern, Zeugen, falschen Verdächtigen und gern auch dem (anonymisierten) Täter hin und her springen. Wenn es gut gemacht ist, kann das die Leser mitnehmen. Aber das funktioniert nur dann, wenn der Autor nicht nur seine Geschichte, sondern vor allem seine Figuren ganz besonders gut kennt und sich sicher im Plot bewegt. Denn damit ich als Leser mitfiebern kann, muss ich nicht nur orientiert bleiben zwischen all den Figurenperspektiven, es müssen mich auch idealerweise alle Figuren emotional berühren. Und dafür muss sich der Autor die Mühe machen, sich auf alle Figuren, aus deren Sicht er erzählen will, auch wirklich einzulassen. Sonst bleibt das Ganze eine oberflächliche Scharade, ein bisschen wie Kasperletheater für Erwachsene, bei denen der Leser immer mal wieder das Krokodil kommen sieht oder den Polizisten, bevor das Sepperl oder die Gretel das auch nur ahnen.
Aber wenn sich jemand die Mühe macht, aus all den einzelnen Figurenperspektiven ein Ganzes (also eine Perspektivstruktur) zu entwickeln, dann können multiperspektivische Erzählungen auch und erst recht in der dritten Person nicht nur Bestseller werden (wie die Thriller von Sebastian Fitzek oder Dan Brown), sondern hohe Kunst sein. Achten Sie einfach mal bei den nächsten Büchern, die Sie lesen, darauf, wer die Hauptfigur ist und aus wessen Sicht erzählt wird – und eben darauf, ob es sich um mono- oder multiperspektivisches Erzählen handelt.
Und weil man am besten von den Besten lernt, zum guten Schluss hier noch zwei Buchtipps:
The Taking of Pelham One Two Three (1973), der Thriller um die Entführung einer New Yorker U-Bahn, den Morton Freedgood unter dem Pseudonym John Godey veröffentlichte, kennen die meisten vermutlich aus einer der verschiedenen Verfilmung. Der an sich schon spannenden Geschichte fügt der Roman (deutsche Übersetzung: Abfahrt Pelham 1 Uhr 23) über die Perspektivstruktur noch ein weiteres Element hinzu: Als Leser kennen wir nur die Alias-Namen der Täter im Zug, wir wissen nicht, wie sie aussehen. Obwohl wir erleben, dass sie da sind, und erfahren, was sie vorhaben, wissen wir nicht, wer wer ist. Das heißt, hier gelingt es über den Mix aus Figurenperspektiven den Leser einerseits tief in die Gedanken und Pläne der (Täter-) Figuren blicken zu lassen und ihnen doch so ausgeliefert zu sein wie die Geiseln bzw. ein den Ermittlern ähnliches Problem bei deren Identifizierung zu haben.
Wer es literarischer mag, dem sei Virginia Woolfs Roman The Waves (deutsch: Die Wellen) aus dem Jahr 1931 empfohlen. Mithilfe der Gedankenströme von sechs Figuren, allesamt Freunde, wird nicht nur das Wesen dieser sechs Individuen und ihrer Freundschaft erkundet, es wird zugleich die Geschichte eines abwesenden siebten, der selbst nie zum aktiven Sprecher wird, erzählt. Ein meisterhaftes und poetisches Verfahren.
Haben Sie Vergnügen beim Lesen! Von dem Sie sich zu eigenen Experimenten inspirieren lassen sollten. Denn, Sie wissen ja: Schreiben lernt man nur durchs Schreiben ...
Mischa Bach alias Dr. Michaela Bach ist nicht nur Autorin und Drehbuchautorin, sondern auch Dramatikerin, Übersetzerin und Sachbuchautorin. Ihre einfühlsamen und präzisen Texte wurden mit dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und für den Glauser-Preis nominiert. Die promovierte Filmwissenschaftlerin arbeitet außerdem als Dozentin und als Lektorin, unterrichtet Literaturwissenschaft an der Universität Essen und gibt immer wieder Schreibkurse für werdende Autoren.
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Tatort-Schreibtisch-Buch der Woche
Jan Schröter: "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte..."
Tom Schröder will Autor werden! Ein berühmter Autor, das klappt garantiert, ist Tom sich sicher. Dass der Weg zum Erfolg ihn auf jede Menge Abwege führt, macht die Sache kompliziert...
Egal, ob als Blumenverkäufer auf dem Hamburger Isemarkt oder in den
Dünen mit Doro, zwischen Textilschmugglerinnen in Südamerika oder auf
Drehbuch-Recherche in Australien, Toms schräger Charme schlägt noch in
verlorensten Lebenslagen durch - bis ihn Romane und Drehbücher fast das
Leben kosten ...
Ein augenzwinkernder autobiographischer Roman, der einen tiefen Einblick in das Leben eines Autors bietet.
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
Jan Schröters autobiographischer Schelmenroman - garantiert wahr!
ISBN 9783946312147
Paperback, 320 Seiten
Print-Ausgabe: 16 € (A: 16,50 €)
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Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Autorenportrait von Jan Schröter
LESERPROBE
Schreiben kann das Leben kosten.
Manchmal genügt schon eine Literaturverfilmung, um sich buchstäblich um Kopf und Kragen zu bringen, ganz zu schweigen vom Rest des Leibes. Ausgesprochen ärgerlich, wenn man erst 18 Jahre alt ist und demnach nicht nach langem, erfülltem Dasein stirbt. Nicht mal ansatzweise auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Eher im Gegenteil.
Im Spätsommer 1977 begann das sinnloseste Schuljahr meines Lebens. Beinahe wäre es mein letztes Jahr überhaupt gewesen. Fast hätte mich mein Deutschlehrer umgebracht.
Aber der Reihe nach.
Ich war 18, trug seit dem letzten Sommerurlaub in Frankreich Vollbart und Baskenmütze und schleppte meist eine knallgelbe Reiseschreibmaschine mit mir herum, deren Buchstabentypen sich dramatisch oft zu bizarren Bündeln verklemmten, wenn ich im dilettantischen Zwei-Finger-System darauf herumhackte. Die Maschine war ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern, ausgewählt vermutlich in der sonnigen Hoffnung, sie würde mich bei den Schularbeiten beflügeln. Stattdessen benutzte ich sie ausschließlich, um damit im Fokus der Öffentlichkeit – Café, Einkaufszentrum, Pausenhalle, Oberstufenraum – herumzusitzen und allein schon durch meinen bloßen Anblick Aufmerksamkeit zu erregen. Ich sah aus wie ein Abziehbild von Hemingway.
Meist schrieb ich vermeintlich tiefsinnige Aphorismen oder anderes krudes Zeug. Es musste einfach genial sein, weil die Inszenierung stimmte. Kleine Jungs kaufen sich ein Trikot ihres Fußballidols und fühlen sich darin wie ein Weltmeister. Mit Baskenmütze, Vollbart und Reiseschreibmaschine ging es mir sogar als Achtzehnjähriger noch vergleichbar. Ich fühlte mich dem Literaturnobelpreis ganz nah. Hatte ich nicht alles, was ein zukünftiger Starautor benötigte? Mein erster Roman würde einschlagen wie eine Bombe.
Allerdings gab es ein Problem. Mir fiel partout keine Romangeschichte ein – trotz Vollbart, Baskenmütze und Schreibmaschine. Das fand ich ziemlich gemein, leider gab es niemanden, der diesbezüglich Beschwerden annahm. Ich hätte es ohnehin nie zugegeben, dass mir nichts einfiel. Immerhin schrieb ich gutbenotete Schulaufsätze in Serie, da konnte so ein popeliger Bestsellerroman doch keine Hürde sein, also wirklich! Ich gab unverdrossen weiterhin Hemingways Abziehbild, bis mich irgendwann Bert Wagner, mein Deutschlehrer, ansprach: Es gäbe ein paar Leute, die eine Schülerzeitung gründen wollten – ob ich vielleicht …?
Bert Wagner, mein Deutschlehrer, würde mich wenig später um ein Haar umbringen, aber das ahnten wir in diesem Moment nicht.
Also Schülerzeitung, warum nicht. Das schien mir ein Anfang zu sein. Nicht annähernd so schwierig wie sich selbst einzureden, die Realisierung des großen Romans scheitere bloß an den andauernd verklemmten Buchstabentypen meiner gelben Reiseschreibmaschine. Vielleicht, dachte ich, gäbe mir die Schule so etwas von diesem verlorenen Jahr zurück, das ich gerade erlitt.
Bis in die gymnasiale Oberstufe hatte ich mich durchgewurstelt. Deutsch, Geschichte, Politik, da setzte ich meine Glanzlichter. Es war der Ausgleich für die ungeliebten Naturwissenschaften, zwei Fünfen im Zeugnis, in Mathe und Physik, ließen sich auf diese Weise straflos kompensieren. Mehr als einmal kreiste das Abstiegsgespenst über mir, aber ich kriegte es jedes Mal hin, auch nach prekärsten Halbjahreszeugnissen (»Eine Versetzung scheint zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen«) im energischen Schlussspurt zwischen Ostern und Sommerferien noch das Klassenziel zu erreichen (»Tom wird versetzt nach Klasse …«). Dann, nach dem ersten Jahr Oberstufe, erwischte es mich zusätzlich im Fach Chemie. Drei Fünfen ließen sich nicht ausgleichen, das war Gesetz.
Für mich hieß es: Ehrenrunde, zurück auf Los. Legionen frustrierter Mathematiklehrer müssen sich die Hände gerieben haben.
Und während meine sämtlichen Freunde, meine langjährige On/Off-Beziehung Martina und praktisch jeder mir vertraute Schulgefährte nach der Abiturprüfung ins Leben hinaus flatterte und hinter dem Horizont verschwand, trat ich nach den Sommerferien 1977 mein letztes Schuljahr am Gymnasium Müssenredder in Hamburg-Poppenbüttel an. Das sinnloseste Schuljahr meines Lebens, wie gesagt. In Chemie hatte ich mich wieder auf eine Vier gewürgt, ansonsten blieb alles beim Alten: Mathe Fünf, Physik Fünf. Deutsch, Geschichte, Politik die reine Wonne. In letzteren Fächern war ich schon vorher gut, für Mathe und Physik blieb ich verloren. Wozu also das Jahr nachsitzen? Obwohl mir noch jeder Zukunftsplan fehlte: Ich würde niemals im späteren Leben einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen, das wusste ich seit der Grundschule.
Meine Lehrer wussten das auch.
»Tom Schröder«, pflegte einer meiner Mathelehrer zu mahnen, »du bist offensichtlich nicht für die Mathematik geschaffen, doch sogar du wirst nicht ohne sie leben können!« Für mich besaß Mathematik zu viele undurchschaubare Regeln. Ich war mehr für kreative Lösungen. Mathe, das war kalter Kaffee. Etwas für pickelige Technokraten, die sich die Hose mit der Kneifzange anzogen. Schreiben, das war das Ding. Geschichten erfinden, in denen sich Leser verlieren, wiederentdecken, in Abgründe blicken und Gipfel erklimmen.
Also Schülerzeitung.
Die zukünftige Redaktion traf sich erstmals an einem Dienstag nach dem Schulunterricht. Bert Wagner hatte die Räumlichkeit vermittelt, einen vollgerümpelten Nebenraum der Biologie-Sammlung. Als ich eintrat, entdeckte ich zunächst nur einen ausgestopften Riesen-Uhu. Er kauerte auf einem armdicken Ast, der wiederum aus einem hölzernen Podest ragte. Podest, Ast und Uhu standen auf einem langen Tisch und sahen irgendwie verloren aus.
»Hallo. Super, dass du mit dabei bist.«
Das Gesicht eines dunkelhaarigen, schmalbrüstigen Jungen tauchte plötzlich hinter dem Vogelpräparat auf und lächelte mir entgegen. Sein Lächeln erinnerte an den Uhu – es wirkte irgendwie verloren. Immerhin war er offensichtlich nicht ausgestopft.
»Ja. Mal sehen«, entgegnete ich lauwarm.
Er kam um den Tisch herum auf mich zu. Wache, braune Augen hinter einer randlosen John-Lennon-Brille. Ein milchgesichtiger Groucho Marx ohne Schnurrbart.
»Ich bin Wolfgang.« Er streckte mir seine Hand entgegen.
Ich wusste, wer er war. Wolfgang Mohn, seit kurzem Schulsprecher – ein Amt, für das sich an dieser Schule selten jemand aufdrängte und von dessen Vertretern man normalerweise noch seltener irgendwelche Anzeichen von Aktivität registrierte. Mohn hatte es geschafft, innerhalb der kurzen Spanne seines Wirkens die Schülerschaft mit einer derartigen Fülle von Anträgen und Abstimmungen zu bombardieren, dass alle nur noch genervt von ihm waren. Er rechtfertigte
diesen Aktionismus mit einer flammenden Grundsatzkundgebung, ausgehängt als Wandzeitung in der Pausenhalle, in der er sich prinzipiell dem Plebiszit sowie dem imperativen Mandat verpflichtet erklärte. Und dergleichen Zeug. Kaum jemand verstand, was er meinte, 1977 ließen sich solche Ausdrücke nicht mal so eben googeln. Das Wahlvolk hätte ihn gern zum Teufel gejagt, aber dann hätte man ein neues Opfer für den Schulsprecherposten suchen müssen. Also ertrug man Wolfgang Mohn und ließ ihn machen.
»Ich weiß. Der Schulsprecher.«
Ich ließ mich auf den angebotenen Händedruck ein. Wolfgang Mohn drückte forsch zu und konversierte munter weiter, ganz jovialer Politprofi.
»Und du bist Tom, richtig? Der Typ mit der gelben Schreibmaschine …«
»Ist mein Zwillingsbruder«, behauptete ich todernst. »Ich bin der mit der roten Schreibmaschine.«
»Echt?« Die braunen Augen blinzelten irritiert.
»Lass dich nicht vom Schröder verarschen. Den Kerl gibt’s nur einmal. Zum Glück.«
Hinter uns schob sich ein Mädchen zur Tür herein. Schmal, feingliedrig, mit glatter, dunkler Mähne, die ihr tief ins Gesicht hing und ihrem Ausdruck etwas Verhuschtes verlieh. Man hätte sie auf den ersten Blick glatt noch für eine Zwölfjährige halten können. Aber das wusste ich besser.
»In der Tat, Doro. Mit zweien von meiner Sorte wärst du niemals fertig geworden.«
Sie kicherte. Es klang wie Katzenschnurren. Nach der Mahlzeit.
»Ich bin also mit dir fertig geworden?«
»Bewahre!« Ich rang dramatisch die Hände. »Dann wären wir ja fertig miteinander. Das wäre doch schade …«
»Findest du?«
Ihr perfekt getimter Augenaufschlag vernichtete endgültig jede Illusion, eine Zwölfjährige vor sich zu haben. Die Metamorphose von kindlicher Albernheit zu erwachsenem Ernst, die Doro Gehrke jederzeit ansatzlos vollziehen konnte, verunsicherte mich zutiefst. Und auf Verunsicherung reagierte ich, dessen Persönlichkeitsbildung noch nicht über das Hemingway-Abziehbild herausgewachsen war, wie ein Vampir auf den ersten Strahl der Morgensonne: Ich zerfiel zu Staub. Glücklicherweise bemerkte das niemand, denn nach Doro drängte sich jetzt der vierte Nachwuchsredakteur ins Zimmer. Mille besaß mehr Haare als Chewbacca und sprach auch ungefähr genauso viel wie das »Star Wars«-Zottelmonster: eher selten. Aber hier sollte Mille ja auch schreiben, nicht reden. Das Reden besorgte ohnehin Wolfgang Mohn.
Wolfgangs minimaler Anspruch für unsere geplante Schülerzeitung war die politische Kampflinie von Georg Büchners »Hessischen Landboten« (»Friede den Hütten! Krieg den Palästen!«), gepaart mit dem kommerziellen Erfolg von Disneys »Lustigen Taschenbüchern«. Die Schülerzeitung wäre Mohns persönliches Zentralorgan, das war uns anderen nach spätestens drei Minuten klar. Sollte er doch, dachte ich. Mir fehlte jede Lust, über die abgehakten Tagungspunkte der letzten Schulsprecherversammlung auf Kreisebene oder die Satzungsänderung in der Elternratsverordnung zu berichten.
»Was möchtest du denn schreiben, Tom?« fragte mich Wolfgang schließlich direkt.
Nichts, wofür ich vorher in langweiligen Versammlungen herumsitzen muss, schoss es mir sofort durch den Sinn.
»Satire. Ein paar Witze reißen. So was in der Art.«
»Bloß nicht schwitzen bei der Arbeit, was?«
Das kam von Doro. Sie grinste süffisant dabei. Durchschaut.
Ich bemühte mich um einen Konter. »Schwitzen kann jeder, das muss ich nicht auch noch. Was willst du denn machen?«
»Kunst. Zeichnungen. Geschichten. Was so anfällt.«
Sie zog die schmalen Schultern hoch, wobei ihr T-Shirt der Bewegung folgte und zwischen dem unteren Rand und ihrer Jeans einen knusprig braunen Bauchstreifen entblößte. Ihr flacher Nabel schien mir verrucht zuzuzwinkern. Die Sommerferien waren erst ein paar Wochen her. Plötzlich schlug vor meinem geistigen Auge der Atlantik Gischt und Wellen, und eine splitternackte Doro lief über weißen Sand. Erst, als ihre Schultern wieder absackten, vor der Peepshow der Vorhang fiel, die Kulisse jäh von Strandpanorama auf ausgestopften Uhu umschnitt und meine Atmung wieder einsetzte, registrierte ich Wolfgang Mohns forschenden Blick. Es war genau die Sorte Blick, die ein Wissenschaftler durchs Mikroskop wirft. Und mal ganz klar, wer hier die Amöbe auf dem Objektträger war...
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Ergänzend zu dem Roman »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben: »Jan Schröters Goldene Schreibregeln«. In diesem Werk lässt er die Leser hinter die Kulissen des professionellen Schreibens und das Leben als Autor blicken, natürlich mit einer satten Portion Humor und höchst unterhaltsam.
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Ein augenzwinkernder autobiographischer Roman, der einen tiefen Einblick in das Leben eines Autors bietet.
»Jan Schröter ist ein Spezialist für existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
Jan Schröters autobiographischer Schelmenroman - garantiert wahr!
ISBN 9783946312147
Paperback, 320 Seiten
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Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Autorenportrait von Jan Schröter
LESERPROBE
Schreiben kann das Leben kosten.
Manchmal genügt schon eine Literaturverfilmung, um sich buchstäblich um Kopf und Kragen zu bringen, ganz zu schweigen vom Rest des Leibes. Ausgesprochen ärgerlich, wenn man erst 18 Jahre alt ist und demnach nicht nach langem, erfülltem Dasein stirbt. Nicht mal ansatzweise auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Eher im Gegenteil.
Im Spätsommer 1977 begann das sinnloseste Schuljahr meines Lebens. Beinahe wäre es mein letztes Jahr überhaupt gewesen. Fast hätte mich mein Deutschlehrer umgebracht.
Aber der Reihe nach.
Ich war 18, trug seit dem letzten Sommerurlaub in Frankreich Vollbart und Baskenmütze und schleppte meist eine knallgelbe Reiseschreibmaschine mit mir herum, deren Buchstabentypen sich dramatisch oft zu bizarren Bündeln verklemmten, wenn ich im dilettantischen Zwei-Finger-System darauf herumhackte. Die Maschine war ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern, ausgewählt vermutlich in der sonnigen Hoffnung, sie würde mich bei den Schularbeiten beflügeln. Stattdessen benutzte ich sie ausschließlich, um damit im Fokus der Öffentlichkeit – Café, Einkaufszentrum, Pausenhalle, Oberstufenraum – herumzusitzen und allein schon durch meinen bloßen Anblick Aufmerksamkeit zu erregen. Ich sah aus wie ein Abziehbild von Hemingway.
Meist schrieb ich vermeintlich tiefsinnige Aphorismen oder anderes krudes Zeug. Es musste einfach genial sein, weil die Inszenierung stimmte. Kleine Jungs kaufen sich ein Trikot ihres Fußballidols und fühlen sich darin wie ein Weltmeister. Mit Baskenmütze, Vollbart und Reiseschreibmaschine ging es mir sogar als Achtzehnjähriger noch vergleichbar. Ich fühlte mich dem Literaturnobelpreis ganz nah. Hatte ich nicht alles, was ein zukünftiger Starautor benötigte? Mein erster Roman würde einschlagen wie eine Bombe.
Allerdings gab es ein Problem. Mir fiel partout keine Romangeschichte ein – trotz Vollbart, Baskenmütze und Schreibmaschine. Das fand ich ziemlich gemein, leider gab es niemanden, der diesbezüglich Beschwerden annahm. Ich hätte es ohnehin nie zugegeben, dass mir nichts einfiel. Immerhin schrieb ich gutbenotete Schulaufsätze in Serie, da konnte so ein popeliger Bestsellerroman doch keine Hürde sein, also wirklich! Ich gab unverdrossen weiterhin Hemingways Abziehbild, bis mich irgendwann Bert Wagner, mein Deutschlehrer, ansprach: Es gäbe ein paar Leute, die eine Schülerzeitung gründen wollten – ob ich vielleicht …?
Bert Wagner, mein Deutschlehrer, würde mich wenig später um ein Haar umbringen, aber das ahnten wir in diesem Moment nicht.
Also Schülerzeitung, warum nicht. Das schien mir ein Anfang zu sein. Nicht annähernd so schwierig wie sich selbst einzureden, die Realisierung des großen Romans scheitere bloß an den andauernd verklemmten Buchstabentypen meiner gelben Reiseschreibmaschine. Vielleicht, dachte ich, gäbe mir die Schule so etwas von diesem verlorenen Jahr zurück, das ich gerade erlitt.
Bis in die gymnasiale Oberstufe hatte ich mich durchgewurstelt. Deutsch, Geschichte, Politik, da setzte ich meine Glanzlichter. Es war der Ausgleich für die ungeliebten Naturwissenschaften, zwei Fünfen im Zeugnis, in Mathe und Physik, ließen sich auf diese Weise straflos kompensieren. Mehr als einmal kreiste das Abstiegsgespenst über mir, aber ich kriegte es jedes Mal hin, auch nach prekärsten Halbjahreszeugnissen (»Eine Versetzung scheint zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen«) im energischen Schlussspurt zwischen Ostern und Sommerferien noch das Klassenziel zu erreichen (»Tom wird versetzt nach Klasse …«). Dann, nach dem ersten Jahr Oberstufe, erwischte es mich zusätzlich im Fach Chemie. Drei Fünfen ließen sich nicht ausgleichen, das war Gesetz.
Für mich hieß es: Ehrenrunde, zurück auf Los. Legionen frustrierter Mathematiklehrer müssen sich die Hände gerieben haben.
Und während meine sämtlichen Freunde, meine langjährige On/Off-Beziehung Martina und praktisch jeder mir vertraute Schulgefährte nach der Abiturprüfung ins Leben hinaus flatterte und hinter dem Horizont verschwand, trat ich nach den Sommerferien 1977 mein letztes Schuljahr am Gymnasium Müssenredder in Hamburg-Poppenbüttel an. Das sinnloseste Schuljahr meines Lebens, wie gesagt. In Chemie hatte ich mich wieder auf eine Vier gewürgt, ansonsten blieb alles beim Alten: Mathe Fünf, Physik Fünf. Deutsch, Geschichte, Politik die reine Wonne. In letzteren Fächern war ich schon vorher gut, für Mathe und Physik blieb ich verloren. Wozu also das Jahr nachsitzen? Obwohl mir noch jeder Zukunftsplan fehlte: Ich würde niemals im späteren Leben einen naturwissenschaftlichen Beruf ergreifen, das wusste ich seit der Grundschule.
Meine Lehrer wussten das auch.
»Tom Schröder«, pflegte einer meiner Mathelehrer zu mahnen, »du bist offensichtlich nicht für die Mathematik geschaffen, doch sogar du wirst nicht ohne sie leben können!« Für mich besaß Mathematik zu viele undurchschaubare Regeln. Ich war mehr für kreative Lösungen. Mathe, das war kalter Kaffee. Etwas für pickelige Technokraten, die sich die Hose mit der Kneifzange anzogen. Schreiben, das war das Ding. Geschichten erfinden, in denen sich Leser verlieren, wiederentdecken, in Abgründe blicken und Gipfel erklimmen.
Also Schülerzeitung.
Die zukünftige Redaktion traf sich erstmals an einem Dienstag nach dem Schulunterricht. Bert Wagner hatte die Räumlichkeit vermittelt, einen vollgerümpelten Nebenraum der Biologie-Sammlung. Als ich eintrat, entdeckte ich zunächst nur einen ausgestopften Riesen-Uhu. Er kauerte auf einem armdicken Ast, der wiederum aus einem hölzernen Podest ragte. Podest, Ast und Uhu standen auf einem langen Tisch und sahen irgendwie verloren aus.
»Hallo. Super, dass du mit dabei bist.«
Das Gesicht eines dunkelhaarigen, schmalbrüstigen Jungen tauchte plötzlich hinter dem Vogelpräparat auf und lächelte mir entgegen. Sein Lächeln erinnerte an den Uhu – es wirkte irgendwie verloren. Immerhin war er offensichtlich nicht ausgestopft.
»Ja. Mal sehen«, entgegnete ich lauwarm.
Er kam um den Tisch herum auf mich zu. Wache, braune Augen hinter einer randlosen John-Lennon-Brille. Ein milchgesichtiger Groucho Marx ohne Schnurrbart.
»Ich bin Wolfgang.« Er streckte mir seine Hand entgegen.
Ich wusste, wer er war. Wolfgang Mohn, seit kurzem Schulsprecher – ein Amt, für das sich an dieser Schule selten jemand aufdrängte und von dessen Vertretern man normalerweise noch seltener irgendwelche Anzeichen von Aktivität registrierte. Mohn hatte es geschafft, innerhalb der kurzen Spanne seines Wirkens die Schülerschaft mit einer derartigen Fülle von Anträgen und Abstimmungen zu bombardieren, dass alle nur noch genervt von ihm waren. Er rechtfertigte
diesen Aktionismus mit einer flammenden Grundsatzkundgebung, ausgehängt als Wandzeitung in der Pausenhalle, in der er sich prinzipiell dem Plebiszit sowie dem imperativen Mandat verpflichtet erklärte. Und dergleichen Zeug. Kaum jemand verstand, was er meinte, 1977 ließen sich solche Ausdrücke nicht mal so eben googeln. Das Wahlvolk hätte ihn gern zum Teufel gejagt, aber dann hätte man ein neues Opfer für den Schulsprecherposten suchen müssen. Also ertrug man Wolfgang Mohn und ließ ihn machen.
»Ich weiß. Der Schulsprecher.«
Ich ließ mich auf den angebotenen Händedruck ein. Wolfgang Mohn drückte forsch zu und konversierte munter weiter, ganz jovialer Politprofi.
»Und du bist Tom, richtig? Der Typ mit der gelben Schreibmaschine …«
»Ist mein Zwillingsbruder«, behauptete ich todernst. »Ich bin der mit der roten Schreibmaschine.«
»Echt?« Die braunen Augen blinzelten irritiert.
»Lass dich nicht vom Schröder verarschen. Den Kerl gibt’s nur einmal. Zum Glück.«
Hinter uns schob sich ein Mädchen zur Tür herein. Schmal, feingliedrig, mit glatter, dunkler Mähne, die ihr tief ins Gesicht hing und ihrem Ausdruck etwas Verhuschtes verlieh. Man hätte sie auf den ersten Blick glatt noch für eine Zwölfjährige halten können. Aber das wusste ich besser.
»In der Tat, Doro. Mit zweien von meiner Sorte wärst du niemals fertig geworden.«
Sie kicherte. Es klang wie Katzenschnurren. Nach der Mahlzeit.
»Ich bin also mit dir fertig geworden?«
»Bewahre!« Ich rang dramatisch die Hände. »Dann wären wir ja fertig miteinander. Das wäre doch schade …«
»Findest du?«
Ihr perfekt getimter Augenaufschlag vernichtete endgültig jede Illusion, eine Zwölfjährige vor sich zu haben. Die Metamorphose von kindlicher Albernheit zu erwachsenem Ernst, die Doro Gehrke jederzeit ansatzlos vollziehen konnte, verunsicherte mich zutiefst. Und auf Verunsicherung reagierte ich, dessen Persönlichkeitsbildung noch nicht über das Hemingway-Abziehbild herausgewachsen war, wie ein Vampir auf den ersten Strahl der Morgensonne: Ich zerfiel zu Staub. Glücklicherweise bemerkte das niemand, denn nach Doro drängte sich jetzt der vierte Nachwuchsredakteur ins Zimmer. Mille besaß mehr Haare als Chewbacca und sprach auch ungefähr genauso viel wie das »Star Wars«-Zottelmonster: eher selten. Aber hier sollte Mille ja auch schreiben, nicht reden. Das Reden besorgte ohnehin Wolfgang Mohn.
Wolfgangs minimaler Anspruch für unsere geplante Schülerzeitung war die politische Kampflinie von Georg Büchners »Hessischen Landboten« (»Friede den Hütten! Krieg den Palästen!«), gepaart mit dem kommerziellen Erfolg von Disneys »Lustigen Taschenbüchern«. Die Schülerzeitung wäre Mohns persönliches Zentralorgan, das war uns anderen nach spätestens drei Minuten klar. Sollte er doch, dachte ich. Mir fehlte jede Lust, über die abgehakten Tagungspunkte der letzten Schulsprecherversammlung auf Kreisebene oder die Satzungsänderung in der Elternratsverordnung zu berichten.
»Was möchtest du denn schreiben, Tom?« fragte mich Wolfgang schließlich direkt.
Nichts, wofür ich vorher in langweiligen Versammlungen herumsitzen muss, schoss es mir sofort durch den Sinn.
»Satire. Ein paar Witze reißen. So was in der Art.«
»Bloß nicht schwitzen bei der Arbeit, was?«
Das kam von Doro. Sie grinste süffisant dabei. Durchschaut.
Ich bemühte mich um einen Konter. »Schwitzen kann jeder, das muss ich nicht auch noch. Was willst du denn machen?«
»Kunst. Zeichnungen. Geschichten. Was so anfällt.«
Sie zog die schmalen Schultern hoch, wobei ihr T-Shirt der Bewegung folgte und zwischen dem unteren Rand und ihrer Jeans einen knusprig braunen Bauchstreifen entblößte. Ihr flacher Nabel schien mir verrucht zuzuzwinkern. Die Sommerferien waren erst ein paar Wochen her. Plötzlich schlug vor meinem geistigen Auge der Atlantik Gischt und Wellen, und eine splitternackte Doro lief über weißen Sand. Erst, als ihre Schultern wieder absackten, vor der Peepshow der Vorhang fiel, die Kulisse jäh von Strandpanorama auf ausgestopften Uhu umschnitt und meine Atmung wieder einsetzte, registrierte ich Wolfgang Mohns forschenden Blick. Es war genau die Sorte Blick, die ein Wissenschaftler durchs Mikroskop wirft. Und mal ganz klar, wer hier die Amöbe auf dem Objektträger war...
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© Autorenfoto: Hocky Neubert
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Schreibregel der Woche

© Autorenfoto: Hocky Neubert
Beim Schreiben eines Romans ist man als Autor mit seinem Werk weitgehend allein. Vielleicht gibt es ein Lektorat, dem man in Etappen die frisch geschriebenen Kapitel zukommen lässt und von dem man daraufhin zwischendurch einige Rückmeldungen bekommt. Doch im Prinzip werkelt man am Romanprojekt allein vor sich hin...
Das muss man aushalten können, und es erfordert eine gewisse Arbeitsdisziplin. Ist beides gegeben, erlebt man eine schöne, erfüllende Tätigkeit. In welchem Beruf darf man sonst so ausgiebig über alles nachdenken, nach eigenem Ermessen Handlungen gestalten, Figuren formen und Welten erschaffen? Ja, ein Autor hat es gut.
Solange man nicht übers Geld redet.
Dass es für die allermeisten Autorinnen und Autoren eine ziemliche Herausforderung bedeutet, von ihren Buchtantiemen zu leben, habe ich ja bereits mehrfach erwähnt. Deshalb sind viele Autorinnen und Autoren scharf darauf, ihr Werk verfilmt zu sehen. Denn für Filmrechte wird bezahlt.
Bezahlt wird auch die Entwicklung des Drehbuchs, und das, hoffen die Prosa-Autoren, das könnte man als Verfasser der literarischen Romanvorlage gleich selbst erledigen. Nicht wenige spekulieren gleich darauf, quasi nebenbei außer anspruchsvoller Literatur ein paar gutbezahlte Drehbücher fürs Fernsehen zu verfassen. So etwas wie diesen seichten Mist, der auf sämtlichen TV-Programmen läuft, rotzt man doch locker an einem freien Wochenende hin – denken sie.
Verkannt wird dabei, dass Drehbücher hierzulande auf ganz andere Art und Weise entstehen als Romane. Wie Romanautoren arbeiten, ist im ersten Absatz dieses Kapitels noch einmal in Kurzfassung zu lesen. Drehbuchautoren sind dagegen Mannschaftsspieler, die nicht allein ihre eigenen Ideen verfolgen, sondern auch (nicht selten leider: vor allem) auf die Vorschläge und Anweisungen ihrer Auftraggeber eingehen müssen, um schließlich alle Positionen möglichst geschmeidig zu einer konsensfähigen Geschichte zu verarbeiten.
Neue Filmideen oder Ideen für neue TV-Serien werden von Produktionsfirmen oder Fernsehsendern, manchmal auch von Autoren, stets mit voller Begeisterung angeschoben. Die meisten dieser Projekte rutschen in einem Frühstadium ihrer Entwicklung von irgendeiner Schreibtischplatte irgendeines Entscheiders direkt in den Papierkorb. Oft genug erfährt man als Autor nicht einmal den Grund dafür. Auf jedes verfilmte Drehbuch, das ich in meinem Dasein geschrieben habe, kommen nach meiner Rechnung vier bis fünf solcher Mülltonnen-Projekte, für die es in manchen Fällen nicht mal ein Honorar gab. Diese Erfahrung machen auch andere, unter Kollegen spricht man durchaus darüber.
Gehen wir jedoch davon aus, es gelingt Ihnen, als Drehbuchautor/in für eine Serie angefragt zu werden. Die Serie läuft bereits seit einigen Jahren erfolgreich im TV, Sie dürfen also zuversichtlich erwarten, dass die neuen Folgen, von denen Sie eine oder sogar mehrere schreiben dürfen, auch gedreht und sogar gesendet werden. Das ist gut, denn Ihr Honorar wird höchstwahrscheinlich in Raten ausbezahlt, die an bestimmte Entwicklungsschritte gebunden sind, beispielsweise: Abnahme des Exposés, Abgabe der 1. Drehbuchfassung, Abnahme der Endfassung, Drehbeginn, Termin der Erstausstrahlung.
Es kommt übrigens vor, dass etwas gedreht, aber nie gesendet wird. Dann bleibt die finale Autorenhonorar-Rate leider aus. Auch bei allen anderen Honorar-Etappen kann die Filmproduktion als Auftraggeber die Reißleine ziehen. Das Exposé oder die Drehbuchfassung sind nicht zufriedenstellend? Alles wirkt unfertig und die Zeit drängt? Schon wird das Projekt anderen Autoren übergeben, für den ursprünglichen Autor treiben die weiteren Honorar-Raten den Bach hinunter.
Aber Ihnen passiert das nicht. Sie haben einen geradezu klassischen Drehbuchauftrag. Eine Arzt-Serie im Vorabendprogramm eines großen Senders. Der Sender ist sozusagen Oberauftraggeber. Er gibt einer Produktionsfirma eine vertraglich festgelegte Geldsumme. Diese Produktionsfirma stellt dafür das Filmteam zusammen, engagiert Schauspieler, Kameraleute, Regisseure und kümmert sich auch um die Entwicklung der Drehbücher.
Als Autor/in müssen Sie jeden Entwicklungsschritt Ihres Drehbuchs mit Vertretern der Produktionsfirma (Producer/in) und des Senders (Redakteur/in) besprechen. Erst, wenn beide Seiten diesen Entwicklungsschritt abgenommen haben, dürfen Sie den nächsten gehen.
Wenn es gut läuft, sind Ihnen Producer und Redakteur eine große Hilfe, die, vielleicht aufgrund langer Erfahrung, Schwachstellen Ihres Drehbuchs erkennen und konstruktiv verbessern. Glücklich ist der Autor, der so etwas erleben darf.
Läuft es mies, braten Sie im Fegefeuer der Eitelkeiten.
Dann geht es möglicherweise nur vordergründig um Ihr Drehbuch. Tatsächlich werden vielleicht Machtkämpfe zwischen Produktion und Sender ausgetragen. Oder Ihre Folge muss einfach billiger produziert werden, weil die beiden davor mehr gekostet haben als geplant und die Firma schließlich auch Geld verdienen will. Oder der Regisseur (optional: der Serienheld-Hauptdarsteller) nimmt an der Drehbuchbesprechung teil und äußert Sonderwünsche. Die werfen zwar Ihr Buch komplett über den Haufen, aber niemand wagt dem großen Künstler zu widersprechen, weil der gerade einen Fernsehpreis abgeräumt oder mit dem Intendanten geschlafen hat.
Es gibt jede Menge Knüppel, die man Drehbuchautoren zwischen die Beine werfen kann.
Leider.
Sollten Sie sich trotzdem in diesem Metier durchbeißen wollen, helfen diese Ratschläge:
– Sie dürfen eigene Ideen haben, aber sollten uneitel damit umgehen. Möchten die Auftraggeber lieber doch keine Krankenschwester als Hauptfigur, sondern einen Oberförster – dann kriegen sie einen Oberförster.
– Es gilt nicht die Drehbuchfassung, die Sie am besten finden – sondern die, mit der Ihre Auftraggeber zufrieden sind.
– Sie halten sich strikt an die Vorgaben, die Ihnen durchs Serienformat und den Sendeplatz gesetzt sind. Also: Keine kostenrahmensprengenden Pyrotechnik-Effekte im James-Bond-Stil, keine Zombie-Geschichten und Kettensägenkiller im Vorabendprogramm.
– Sie halten unbedingt alle Abgabetermine ein. Am planmäßigen Drehbuchnachschub hängt ein großes Team von Spezialisten, jeder geplatzte Drehtag kostet richtig Geld.
– Schreibblockaden oder kreative Sinnkrisen kommen vor, gelten beim Drehbuchschreiben aber nicht als offizielle Ausrede. Wer (möglicherweise wiederholt) Termine platzen lässt, ist ganz schnell raus aus diesem Geschäft.
Vor allem müssen Drehbuchschreiber Druck aushalten können und trotzdem denk- und arbeitsfähig bleiben. Man schreibt eben nicht, wie vielleicht bei einem Roman, eine schöne Geschichte und die bleibt dann so, wie sie ist. Man schreibt eine Drehbuchfassung, die man selbst gut findet – sonst würde man sie ja wohl kaum abgeben. Dann kommen Leute, die manchmal mit, manchmal leider auch ohne Sinn und Verstand alles zerpflücken. Man schippt seufzend die Trümmer zusammen und puzzelt eine neue Drehbuchfassung zurecht.
Das Spielchen wiederholt sich drei-, vier- oder fünfmal. Ich habe einige verfilmte Drehbücher in Erstfassung abgenommen bekommen (kommt nicht so oft vor, großes Eigenlob!). Allerdings habe ich auch schon mal eine achte Fassung geschrieben, das war alles andere als witzig.
Die härteste Prüfung durchlitt ich allerdings gleich zum Anfang meiner Laufbahn als Drehbuchautor.
Ich schrieb meine erste Folge im Rahmen einer großen TV-Krankenhaus-Saga. Die erste Drehbuchfassung stieß auf Lob, musste aber noch überarbeitet werden. Nach der zweiten Fassung gab es noch mehr Kritik. Von der Qualität meiner dritten Fassung war ich selbst absolut überzeugt.
Dann bat mich der Producer zur Buchbesprechung.
„Also“, eröffnete er, „Bild 27, die Szene mit der Laborantin. Das ist wirklich stark. Die Situation ist irre komisch, die Dialoge sind auf dem Punkt, großartig. Bild 27 finde ich richtig gut!“
Fand ich auch, ich freute mich. Dann kam der Hammer:
„Alle anderen Bilder finde ich leider Scheiße.“
Warum genau, konnte mir der Mann leider nicht sagen. Ich wankte aus der Besprechung. Die Ansage des Producers lautete: Letzte Chance – in 48 Stunden liegt das Drehbuch in akzeptabler Endfassung vor oder ich wäre raus.
Ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. Ich finde auch heute noch, meine Endfassung, die ich damals tatsächlich innerhalb der geforderten Frist zusammengehauen habe, ist vielleicht etwas anders, aber nicht signifikant besser oder schlechter geworden als die Fassung davor. Aber sie hat den Producer überzeugt, und ich durfte noch weitere Folgen dieser Serie schreiben.
Immerhin verschaffte mir dieses Erlebnis die Erfahrung, dass ich selbst unter Druck zur Not meinem inneren Autopiloten beim Schreiben den Stift in die Hand drücken kann. Trotzdem: Das Schreiben eines Drehbuchs kann langwierig sein. Weil es eben dabei nicht allein auf den Schreiber ankommt.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

Die Mailadresse lautet
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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Deine Geschichte ist deine Schöpfung und wird nach deinem Ermessen gestaltet. Es könnte durchaus länger als sieben Tage dauern.
von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
Beim Schreiben eines Romans ist man als Autor mit seinem Werk weitgehend allein. Vielleicht gibt es ein Lektorat, dem man in Etappen die frisch geschriebenen Kapitel zukommen lässt und von dem man daraufhin zwischendurch einige Rückmeldungen bekommt. Doch im Prinzip werkelt man am Romanprojekt allein vor sich hin...
Das muss man aushalten können, und es erfordert eine gewisse Arbeitsdisziplin. Ist beides gegeben, erlebt man eine schöne, erfüllende Tätigkeit. In welchem Beruf darf man sonst so ausgiebig über alles nachdenken, nach eigenem Ermessen Handlungen gestalten, Figuren formen und Welten erschaffen? Ja, ein Autor hat es gut.
Solange man nicht übers Geld redet.
Dass es für die allermeisten Autorinnen und Autoren eine ziemliche Herausforderung bedeutet, von ihren Buchtantiemen zu leben, habe ich ja bereits mehrfach erwähnt. Deshalb sind viele Autorinnen und Autoren scharf darauf, ihr Werk verfilmt zu sehen. Denn für Filmrechte wird bezahlt.
Bezahlt wird auch die Entwicklung des Drehbuchs, und das, hoffen die Prosa-Autoren, das könnte man als Verfasser der literarischen Romanvorlage gleich selbst erledigen. Nicht wenige spekulieren gleich darauf, quasi nebenbei außer anspruchsvoller Literatur ein paar gutbezahlte Drehbücher fürs Fernsehen zu verfassen. So etwas wie diesen seichten Mist, der auf sämtlichen TV-Programmen läuft, rotzt man doch locker an einem freien Wochenende hin – denken sie.
Verkannt wird dabei, dass Drehbücher hierzulande auf ganz andere Art und Weise entstehen als Romane. Wie Romanautoren arbeiten, ist im ersten Absatz dieses Kapitels noch einmal in Kurzfassung zu lesen. Drehbuchautoren sind dagegen Mannschaftsspieler, die nicht allein ihre eigenen Ideen verfolgen, sondern auch (nicht selten leider: vor allem) auf die Vorschläge und Anweisungen ihrer Auftraggeber eingehen müssen, um schließlich alle Positionen möglichst geschmeidig zu einer konsensfähigen Geschichte zu verarbeiten.
Neue Filmideen oder Ideen für neue TV-Serien werden von Produktionsfirmen oder Fernsehsendern, manchmal auch von Autoren, stets mit voller Begeisterung angeschoben. Die meisten dieser Projekte rutschen in einem Frühstadium ihrer Entwicklung von irgendeiner Schreibtischplatte irgendeines Entscheiders direkt in den Papierkorb. Oft genug erfährt man als Autor nicht einmal den Grund dafür. Auf jedes verfilmte Drehbuch, das ich in meinem Dasein geschrieben habe, kommen nach meiner Rechnung vier bis fünf solcher Mülltonnen-Projekte, für die es in manchen Fällen nicht mal ein Honorar gab. Diese Erfahrung machen auch andere, unter Kollegen spricht man durchaus darüber.
Gehen wir jedoch davon aus, es gelingt Ihnen, als Drehbuchautor/in für eine Serie angefragt zu werden. Die Serie läuft bereits seit einigen Jahren erfolgreich im TV, Sie dürfen also zuversichtlich erwarten, dass die neuen Folgen, von denen Sie eine oder sogar mehrere schreiben dürfen, auch gedreht und sogar gesendet werden. Das ist gut, denn Ihr Honorar wird höchstwahrscheinlich in Raten ausbezahlt, die an bestimmte Entwicklungsschritte gebunden sind, beispielsweise: Abnahme des Exposés, Abgabe der 1. Drehbuchfassung, Abnahme der Endfassung, Drehbeginn, Termin der Erstausstrahlung.
Es kommt übrigens vor, dass etwas gedreht, aber nie gesendet wird. Dann bleibt die finale Autorenhonorar-Rate leider aus. Auch bei allen anderen Honorar-Etappen kann die Filmproduktion als Auftraggeber die Reißleine ziehen. Das Exposé oder die Drehbuchfassung sind nicht zufriedenstellend? Alles wirkt unfertig und die Zeit drängt? Schon wird das Projekt anderen Autoren übergeben, für den ursprünglichen Autor treiben die weiteren Honorar-Raten den Bach hinunter.
Aber Ihnen passiert das nicht. Sie haben einen geradezu klassischen Drehbuchauftrag. Eine Arzt-Serie im Vorabendprogramm eines großen Senders. Der Sender ist sozusagen Oberauftraggeber. Er gibt einer Produktionsfirma eine vertraglich festgelegte Geldsumme. Diese Produktionsfirma stellt dafür das Filmteam zusammen, engagiert Schauspieler, Kameraleute, Regisseure und kümmert sich auch um die Entwicklung der Drehbücher.
Als Autor/in müssen Sie jeden Entwicklungsschritt Ihres Drehbuchs mit Vertretern der Produktionsfirma (Producer/in) und des Senders (Redakteur/in) besprechen. Erst, wenn beide Seiten diesen Entwicklungsschritt abgenommen haben, dürfen Sie den nächsten gehen.
Wenn es gut läuft, sind Ihnen Producer und Redakteur eine große Hilfe, die, vielleicht aufgrund langer Erfahrung, Schwachstellen Ihres Drehbuchs erkennen und konstruktiv verbessern. Glücklich ist der Autor, der so etwas erleben darf.
Läuft es mies, braten Sie im Fegefeuer der Eitelkeiten.
Dann geht es möglicherweise nur vordergründig um Ihr Drehbuch. Tatsächlich werden vielleicht Machtkämpfe zwischen Produktion und Sender ausgetragen. Oder Ihre Folge muss einfach billiger produziert werden, weil die beiden davor mehr gekostet haben als geplant und die Firma schließlich auch Geld verdienen will. Oder der Regisseur (optional: der Serienheld-Hauptdarsteller) nimmt an der Drehbuchbesprechung teil und äußert Sonderwünsche. Die werfen zwar Ihr Buch komplett über den Haufen, aber niemand wagt dem großen Künstler zu widersprechen, weil der gerade einen Fernsehpreis abgeräumt oder mit dem Intendanten geschlafen hat.
Es gibt jede Menge Knüppel, die man Drehbuchautoren zwischen die Beine werfen kann.
Leider.
Sollten Sie sich trotzdem in diesem Metier durchbeißen wollen, helfen diese Ratschläge:
– Sie dürfen eigene Ideen haben, aber sollten uneitel damit umgehen. Möchten die Auftraggeber lieber doch keine Krankenschwester als Hauptfigur, sondern einen Oberförster – dann kriegen sie einen Oberförster.
– Es gilt nicht die Drehbuchfassung, die Sie am besten finden – sondern die, mit der Ihre Auftraggeber zufrieden sind.
– Sie halten sich strikt an die Vorgaben, die Ihnen durchs Serienformat und den Sendeplatz gesetzt sind. Also: Keine kostenrahmensprengenden Pyrotechnik-Effekte im James-Bond-Stil, keine Zombie-Geschichten und Kettensägenkiller im Vorabendprogramm.
– Sie halten unbedingt alle Abgabetermine ein. Am planmäßigen Drehbuchnachschub hängt ein großes Team von Spezialisten, jeder geplatzte Drehtag kostet richtig Geld.
– Schreibblockaden oder kreative Sinnkrisen kommen vor, gelten beim Drehbuchschreiben aber nicht als offizielle Ausrede. Wer (möglicherweise wiederholt) Termine platzen lässt, ist ganz schnell raus aus diesem Geschäft.
Vor allem müssen Drehbuchschreiber Druck aushalten können und trotzdem denk- und arbeitsfähig bleiben. Man schreibt eben nicht, wie vielleicht bei einem Roman, eine schöne Geschichte und die bleibt dann so, wie sie ist. Man schreibt eine Drehbuchfassung, die man selbst gut findet – sonst würde man sie ja wohl kaum abgeben. Dann kommen Leute, die manchmal mit, manchmal leider auch ohne Sinn und Verstand alles zerpflücken. Man schippt seufzend die Trümmer zusammen und puzzelt eine neue Drehbuchfassung zurecht.
Das Spielchen wiederholt sich drei-, vier- oder fünfmal. Ich habe einige verfilmte Drehbücher in Erstfassung abgenommen bekommen (kommt nicht so oft vor, großes Eigenlob!). Allerdings habe ich auch schon mal eine achte Fassung geschrieben, das war alles andere als witzig.
Die härteste Prüfung durchlitt ich allerdings gleich zum Anfang meiner Laufbahn als Drehbuchautor.
Ich schrieb meine erste Folge im Rahmen einer großen TV-Krankenhaus-Saga. Die erste Drehbuchfassung stieß auf Lob, musste aber noch überarbeitet werden. Nach der zweiten Fassung gab es noch mehr Kritik. Von der Qualität meiner dritten Fassung war ich selbst absolut überzeugt.
Dann bat mich der Producer zur Buchbesprechung.
„Also“, eröffnete er, „Bild 27, die Szene mit der Laborantin. Das ist wirklich stark. Die Situation ist irre komisch, die Dialoge sind auf dem Punkt, großartig. Bild 27 finde ich richtig gut!“
Fand ich auch, ich freute mich. Dann kam der Hammer:
„Alle anderen Bilder finde ich leider Scheiße.“
Warum genau, konnte mir der Mann leider nicht sagen. Ich wankte aus der Besprechung. Die Ansage des Producers lautete: Letzte Chance – in 48 Stunden liegt das Drehbuch in akzeptabler Endfassung vor oder ich wäre raus.
Ich schwöre, ich habe keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. Ich finde auch heute noch, meine Endfassung, die ich damals tatsächlich innerhalb der geforderten Frist zusammengehauen habe, ist vielleicht etwas anders, aber nicht signifikant besser oder schlechter geworden als die Fassung davor. Aber sie hat den Producer überzeugt, und ich durfte noch weitere Folgen dieser Serie schreiben.
Immerhin verschaffte mir dieses Erlebnis die Erfahrung, dass ich selbst unter Druck zur Not meinem inneren Autopiloten beim Schreiben den Stift in die Hand drücken kann. Trotzdem: Das Schreiben eines Drehbuchs kann langwierig sein. Weil es eben dabei nicht allein auf den Schreiber ankommt.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
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Autoren live: Tatort-Schreibtisch-Hörbuch der Woche
Ingrid Schmitz: "Spiekerooger Utkieker"
Die Privatermittlerin Mia Magaloff muss dringend über ihre Zukunft nachdenken. Sie nimmt sich eine Auszeit auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Sandstrand, Meer und Sonne – mehr braucht sie nicht dafür. Doch bereits auf der Fähre zur Insel wird sie verflucht,...
begegnet dann an der Utkieker-Skulptur einem scheinbar Durchgeknallten, der sie um Hilfe anfleht, und findet am anderen Tag eine Tote, die vielleicht noch hätte leben können, wenn Mia schneller gehandelt hätte. Sie muss sich kümmern und hat sieben Tage Zeit dafür, damit es nicht noch mehr Tote gibt ...
Ingrid Schmitz liest ihren Roman so entspannt, wie sie ihre Krimis schreibt - perfekte Ferienunterhaltung!
ISBN 9783946312369
Hörbuch zum Download: 9,99 €
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Ingrid Schmitz arbeitete bei einer kanadischen Reederei und im sowjetischen Außenhandel, bevor sie hauptberufliche Autorin wurde. Begonnen hat sie mit Krimikurzgeschichten, von denen bisher an die sechzig veröffentlicht wurden, inzwischen schreibt sie erfolgreich entspannte Krimis mit ihrer Privatermittlerin Mia Magaloff, eine liebenswert-neugierigen Künstlerin und Trödelmarkthändlerin.
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
Autorenfoto: Patrick Kösters
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Ingrid Schmitz arbeitete bei einer kanadischen Reederei und im sowjetischen Außenhandel, bevor sie hauptberufliche Autorin wurde. Begonnen hat sie mit Krimikurzgeschichten, von denen bisher an die sechzig veröffentlicht wurden, inzwischen schreibt sie erfolgreich entspannte Krimis mit ihrer Privatermittlerin Mia Magaloff, eine liebenswert-neugierigen Künstlerin und Trödelmarkthändlerin.
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
Autorenfoto: Patrick Kösters
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Tatort-Schreibtisch-Autor der Woche
Ich kenne Jan Schröter seit vielen Jahren. Das erste Mal sind wir uns im Studio Hamburg begegnet, bei einem Treffen der Drehbuchautoren der Serie "Großstadtrevier". Ich traf auf einen freundlichen Gesprächspartner, zurückhaltend und sehr höflich, das perfekte Klischeebild eines Autoren, der am Schreibtisch mehr Abenteuer erlebt denn im wirklichen Leben.
Wie konnte ich mich nur so täuschen!
Jan Schröters Leben, so durfte ich bald erfahren, ist prall gefüllt mit Geschichten, die für mehrere Winter am Kamin reichen...
Jan Schröter: Sprache muss "gut schmecken"!
Ein Autorenportrait von Markus StromiedelIch kenne Jan Schröter seit vielen Jahren. Das erste Mal sind wir uns im Studio Hamburg begegnet, bei einem Treffen der Drehbuchautoren der Serie "Großstadtrevier". Ich traf auf einen freundlichen Gesprächspartner, zurückhaltend und sehr höflich, das perfekte Klischeebild eines Autoren, der am Schreibtisch mehr Abenteuer erlebt denn im wirklichen Leben.
Wie konnte ich mich nur so täuschen!
Jan Schröters Leben, so durfte ich bald erfahren, ist prall gefüllt mit Geschichten, die für mehrere Winter am Kamin reichen...
Bis
heute frage ich mich, warum dieser Mensch so viel Erstaunliches erlebt hat. Zieht er absurde Abenteuer an? Oder liegt es daran, dass er sich auf Dinge einlässt, die jeder andere vernünftige Mensch nicht tun würde?
Zum Beispiel die Lesereise nach Weißrussland, von der Jan in seinem sehr amüsanten Ratgeber "Goldene Schreibregeln" berichtet. 16 Stunden Zugfahrt plus eine Stunde Grenzkontrolle - alle seriösen Autoren hatten die Einladung nach Belarus ausgeschlagen. Aber nicht Jan. In der ungeheizten Bibliothek von Brest begleitete ein gelehrter Übersetzer die frostklirrende Lesungsveranstaltung, ein "professoraler Sauertopf mit verkniffener Miene", der schon vor Beginn des Abends nach der Katharsis in Jans tragischkomischen Roman "Rettungsringe" fragte. "Ich fand nicht mal die Zeit zum Googeln," schreibt Jan, "schon deckte er mich mit einem Trommelfeuer literaturtheoretischer Thesen ein. Man raunte mir zu, der Mann habe sich als Übersetzer gehobener deutscher Literatur einen Namen gemacht, Spezialgebiet Heinrich Heine. Falls Sie meine Romane noch nicht kennen … also, ich bin stolz darauf, was ich geschrieben habe. Aber es ist nicht Heine, gebe ich zu."
Gehobene Literaturtheorie und Jan Schröters heitere Texte - weiter entfernt, so scheint es, können zwei Pole nicht sein.
Und dennoch hat der russische Übersetzer Jan auf eine wunderbare Weise gelobt: Auch wenn er Unterhaltungsliteratur ablehne, habe ihm das Buch trotzdem gefallen: weil es "gut schmecke und Bilder male".
Und das trifft es genau. Jans Romane "schmecken" einfach hervorragend, es sind sehr sorgfältig gemalte Portraits von Verlierern, die auf die Gewinnerstraße wechseln wollen, von sympathischen Loosern, die nicht aufgeben, obwohl die Welt da draußen nicht nett zu ihnen ist. Jan schreibt Figuren, die man in den Arm nehmen und dann kräftig schütteln möchte, damit sie endlich aufwachen, aber das Schütteln lässt man bald, denn man merkt schnell, dass Jan mit seinen Figuren in seinen Büchern einiges vorhat und sie lernen lässt, und ziemlich oft wandelt sich vieles zum Guten. Es sind Bücher zum Wohlfühlen, sehr komisch und manchmal auch ein bisschen traurig, gerade in dem Maß, dass Tiefe entsteht, wo andere Bücher oberflächlich bleiben und zu glatt, zu beliebig werden.
Der russische Übersetzer hat es genau erfasst: Das Besondere dabei ist Jans präzise Sprache, die vom Autoren elegant und zugleich unprätentiös eingesetzt wird. Jan Schröter hat es nicht nötig, sich zu inszenieren oder größer zu tun, er muss nichts aufblasen, denn er steht zu seiner Arbeit und zu seinem Wunsch, seine Leser und Leserinnen zu unterhalten. Und er wird mit jedem Buch besser: Gerade in seinen jüngeren Romanen kommt Jan immer dichter an seine Figuren heran, ohne seinen Humor zu verlieren. Das ist große Kunst, auch wenn Jan das jetzt abstreiten würde: Er mache doch nur seine Arbeit, er wolle einfach nur unterhalten.
In der Tat: Jan Schröter würde sich selbst niemals als Künstler bezeichnen. Er blickt pragmatisch aufs Leben. Das zeigt auch seine Standardantwort auf die Frage von Zuhörern bei Lesungen, wie er auf seine Ideen komme: "Immer, wenn das Geld alle ist."
Doch wie angefüllt er mit Wissen über das Schreiben und über das Leben ist, sieht man am besten in seinem Buch "Jan Schröters Goldene Schreibregeln", das er übrigens nur mit Widerwillen geschrieben hat. Er finde Schreibratgeber affig, er habe diese "Schlaubergerliteratur", wie er sie nennt, immer schon abgelehnt. Doch als sein Verleger und Freund blieb ich beharrlich, denn ich ahnte, dass Jan etwas zu sagen hat. Herausgekommen ist ein schmaler, prall gefüllter Band mit 22 Schreibregeln, die Anfängern die Augen öffnen und Profis weiterhelfen. Es sind 22 Einblicke in ein über 25 Jahre währendes Autorenleben, unterhaltend, lehrreich und immer wieder sehr konkret und ehrlich, wo sich andere Ratgeber in Motivationssprüchen erschöpfen.
Ach ja, eine Vita hat Jan auch, hier die aus dem Klappentext seiner Romane: "Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt."
25 Jahre als Autor in ein paar Zeilen. Was sich dahinter verbirgt, ist pralles Leben, verrückt und sehr turbulent, immer wieder fesselnd und manchmal auch rührend. Sie können es nachlesen: in seinem autobiographischen Roman "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte ...", in dem er seinen Weg vom testosteron-gesteuerten Teenager zum erfolgreichen Autor beschreibt. Jan Schröter verrät nicht, was den Tatsachen entspricht und was er für seinen Roman literarisch überhöht hat. Immerhin zitiert er in seiner Schreibregel Nr. 4 Karl May: "Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt."
Also alles nur erfunden? Ich fürchte: nein. Nach allem, was ich von Jan weiß, ist vieles genau so passiert. Er musste sich nichts Interessanteres ausdenken. Sein Leben ist absurd-heiter. Oder besser: Sein Blick auf das Leben ist der eines Menschen, der fest entschlossen ist, sich von den Absurditäten des Alltags nicht unterkriegen zu lassen. Ein halbleeres Glas ist immer halbvoll, und selbst wenn das Halbvolle sich als fingerbreiter Rest entpuppt, muss das reichen, um den Abend zu genießen. Morgen ist ein neuer Tag. Ist das Glas leer, geht es weiter. Augenzwinkernd und kreativ. Nur so lässt sich das Autorendasein mit vollem Genuss ertragen.
Markus Stromiedel ist Autor, Drehbuchautor und Gründer des Kick-Verlages
Jan Schröter ist Tatort-Schreibtisch-Autor und hat die Tatort-Schreibtisch-Bücher "Goldene Schreibregeln" und "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte" geschrieben.
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Zum Beispiel die Lesereise nach Weißrussland, von der Jan in seinem sehr amüsanten Ratgeber "Goldene Schreibregeln" berichtet. 16 Stunden Zugfahrt plus eine Stunde Grenzkontrolle - alle seriösen Autoren hatten die Einladung nach Belarus ausgeschlagen. Aber nicht Jan. In der ungeheizten Bibliothek von Brest begleitete ein gelehrter Übersetzer die frostklirrende Lesungsveranstaltung, ein "professoraler Sauertopf mit verkniffener Miene", der schon vor Beginn des Abends nach der Katharsis in Jans tragischkomischen Roman "Rettungsringe" fragte. "Ich fand nicht mal die Zeit zum Googeln," schreibt Jan, "schon deckte er mich mit einem Trommelfeuer literaturtheoretischer Thesen ein. Man raunte mir zu, der Mann habe sich als Übersetzer gehobener deutscher Literatur einen Namen gemacht, Spezialgebiet Heinrich Heine. Falls Sie meine Romane noch nicht kennen … also, ich bin stolz darauf, was ich geschrieben habe. Aber es ist nicht Heine, gebe ich zu."
Gehobene Literaturtheorie und Jan Schröters heitere Texte - weiter entfernt, so scheint es, können zwei Pole nicht sein.
Und dennoch hat der russische Übersetzer Jan auf eine wunderbare Weise gelobt: Auch wenn er Unterhaltungsliteratur ablehne, habe ihm das Buch trotzdem gefallen: weil es "gut schmecke und Bilder male".
Und das trifft es genau. Jans Romane "schmecken" einfach hervorragend, es sind sehr sorgfältig gemalte Portraits von Verlierern, die auf die Gewinnerstraße wechseln wollen, von sympathischen Loosern, die nicht aufgeben, obwohl die Welt da draußen nicht nett zu ihnen ist. Jan schreibt Figuren, die man in den Arm nehmen und dann kräftig schütteln möchte, damit sie endlich aufwachen, aber das Schütteln lässt man bald, denn man merkt schnell, dass Jan mit seinen Figuren in seinen Büchern einiges vorhat und sie lernen lässt, und ziemlich oft wandelt sich vieles zum Guten. Es sind Bücher zum Wohlfühlen, sehr komisch und manchmal auch ein bisschen traurig, gerade in dem Maß, dass Tiefe entsteht, wo andere Bücher oberflächlich bleiben und zu glatt, zu beliebig werden.
Der russische Übersetzer hat es genau erfasst: Das Besondere dabei ist Jans präzise Sprache, die vom Autoren elegant und zugleich unprätentiös eingesetzt wird. Jan Schröter hat es nicht nötig, sich zu inszenieren oder größer zu tun, er muss nichts aufblasen, denn er steht zu seiner Arbeit und zu seinem Wunsch, seine Leser und Leserinnen zu unterhalten. Und er wird mit jedem Buch besser: Gerade in seinen jüngeren Romanen kommt Jan immer dichter an seine Figuren heran, ohne seinen Humor zu verlieren. Das ist große Kunst, auch wenn Jan das jetzt abstreiten würde: Er mache doch nur seine Arbeit, er wolle einfach nur unterhalten.
In der Tat: Jan Schröter würde sich selbst niemals als Künstler bezeichnen. Er blickt pragmatisch aufs Leben. Das zeigt auch seine Standardantwort auf die Frage von Zuhörern bei Lesungen, wie er auf seine Ideen komme: "Immer, wenn das Geld alle ist."
Doch wie angefüllt er mit Wissen über das Schreiben und über das Leben ist, sieht man am besten in seinem Buch "Jan Schröters Goldene Schreibregeln", das er übrigens nur mit Widerwillen geschrieben hat. Er finde Schreibratgeber affig, er habe diese "Schlaubergerliteratur", wie er sie nennt, immer schon abgelehnt. Doch als sein Verleger und Freund blieb ich beharrlich, denn ich ahnte, dass Jan etwas zu sagen hat. Herausgekommen ist ein schmaler, prall gefüllter Band mit 22 Schreibregeln, die Anfängern die Augen öffnen und Profis weiterhelfen. Es sind 22 Einblicke in ein über 25 Jahre währendes Autorenleben, unterhaltend, lehrreich und immer wieder sehr konkret und ehrlich, wo sich andere Ratgeber in Motivationssprüchen erschöpfen.
Ach ja, eine Vita hat Jan auch, hier die aus dem Klappentext seiner Romane: "Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt."
25 Jahre als Autor in ein paar Zeilen. Was sich dahinter verbirgt, ist pralles Leben, verrückt und sehr turbulent, immer wieder fesselnd und manchmal auch rührend. Sie können es nachlesen: in seinem autobiographischen Roman "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte ...", in dem er seinen Weg vom testosteron-gesteuerten Teenager zum erfolgreichen Autor beschreibt. Jan Schröter verrät nicht, was den Tatsachen entspricht und was er für seinen Roman literarisch überhöht hat. Immerhin zitiert er in seiner Schreibregel Nr. 4 Karl May: "Erzähle nicht die Wahrheit, solange dir etwas Interessanteres einfällt."
Also alles nur erfunden? Ich fürchte: nein. Nach allem, was ich von Jan weiß, ist vieles genau so passiert. Er musste sich nichts Interessanteres ausdenken. Sein Leben ist absurd-heiter. Oder besser: Sein Blick auf das Leben ist der eines Menschen, der fest entschlossen ist, sich von den Absurditäten des Alltags nicht unterkriegen zu lassen. Ein halbleeres Glas ist immer halbvoll, und selbst wenn das Halbvolle sich als fingerbreiter Rest entpuppt, muss das reichen, um den Abend zu genießen. Morgen ist ein neuer Tag. Ist das Glas leer, geht es weiter. Augenzwinkernd und kreativ. Nur so lässt sich das Autorendasein mit vollem Genuss ertragen.
Markus Stromiedel ist Autor, Drehbuchautor und Gründer des Kick-Verlages
Jan Schröter ist Tatort-Schreibtisch-Autor und hat die Tatort-Schreibtisch-Bücher "Goldene Schreibregeln" und "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte" geschrieben.
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