Herzlich willkommen!
Sie schreiben ein Buch oder ein Theaterstück? Sie arbeiten an einem
Drehbuch oder an einer Kurzgeschichte? Glückwunsch! Schreiben ist eines der schönsten Dinge
der Welt! Aber es ist auch eine der einsamsten und schwierigsten
Beschäftigungen, wenn man alleine vor seinem Text sitzt, ohne Hilfe,
ohne Unterstützung.
Das will Tatort-Schreibtisch ändern!
Von den Profis lernen – das ist die Logline unserer Autoreninitiative. Erfahrene und erfolgreiche Schreib-Profis berichten auf dieser Webseite von ihrer Arbeit und verraten Ihnen Tipps und Tricks, mit
denen Sie auf dem Buchmarkt oder im Drehbuchgeschäft erfolgreich sind.
Das Herz unserer Initiative ist das
Autorenpaten-Programm. Hier bieten Ihnen über 40 renommierte und professionell schreibende Autorinnen und Autoren an, Sie und Ihr Schreibprojekt mit ihrem Wissen und ihrem Rat zu begleiten.
Mit unserem Autorenpaten-Programm sind wir Partner des innovativen Verlagsprojektes
Woobooks. Alle Manukripte, für die bei einem unserer Autorenpaten und -patinnen eine Manuskripteinschätzung gebucht wurde, haben die Chance auf eine Verlagsveröffentlichung.
In unserer Rubrik
"Tatort -Schreibtisch: Ausgezeichnet!"
präsentieren wir preisgekrönte oder preisnominierte Kurzgeschichten,
die den jeweiligen Autoren große Beachtung verschafft haben - zum
Nachlesen und zum Mut machen.
Ergänzt wird unsere Seite durch verschiedene Rubriken: zum Beispiel die
"Frage der Woche", die
"Schreibregel der Woche" oder auch der
"Tatort
der Woche", in der bekannte Autoren ihren Arbeitsplatz vorstellen.
In der Rubrik
Über Tatort-Schreibtisch erklären wir kurz, wie die Webseite funktioniert, in der Rubrik
FAQ beantworten wir alle Fragen zu unserem Autorenpaten-Programm.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr
Markus Stromiedel

Markus Stromiedel ist Autor und Drehbuchautor und Initiator von "Tatort-Schreibtisch" weiterlesen
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Profiautoren als RatgeberHilfe durch das Autorenpaten-Programm
Im Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch haben Sie die
Möglichkeit, sich für Ihr aktuelles Schreibprojekt eine professionelle
Autorin oder einen erfolgreichen Autor als Ratgeber an Ihre Seite zu
holen. Das Angebot reicht vom
Info-Gespräch über die fachliche
Einschätzung Ihres Manuskriptes bis zur Beratung bei Ihrer Verlags- oder
Agentur-Bewerbung.
Alle Autorenpaten sind erfahrene Schreib-Profis, die ihre Texte erfolgreich in
Verlagen veröffentlichen, häufig preisgekrönt sind und z.T.
auch als Dozenten lehren. Tatort-Schreibtisch ist Partner von
Woobooks.
Es gibt folgende Autorenpaten-Programme:
Was Sie schon immer fragen wolltenIhr
Autorenpate oder Ihre Autorenpatin telefoniert mit Ihnen und gibt Ihnen Antworten auf Ihre
Fragen zu Verlagen, zur Buchbranche, zur Kino- und Fernsehlandschaft oder
der Theaterwelt.
Einschätzung Ihres Textes / Buches / DrehbuchesIhr
Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest und analysiert Ihr Manuskript und schreibt für Sie
auf, was gelungen ist und wo Ihr Text noch Arbeit braucht. Da Ihr
Autorenpate fachlich erfahren und nur Ihnen verpflichtet ist, werden Sie
eine sowohl genaue als auch offene Einschätzung bekommen. Auf Wunsch
können Sie danach mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Manuskript sprechen
und sich Rat einholen, wie Sie Ihren Text verbessern können.
Beratung bei Ihrer Verlags- oder Agenturbewerbung
Ihr
Autorenpate oder Ihre Autorenpatin liest Ihr Exposé und sichtet Ihre
Bewerbungsunterlagen und gibt Ihnen anschließend schriftlich eine genaue
Rückmeldung, an welchen Punkten Sie noch arbeiten müssen, damit ihre
Bewerbung bei einem Verlag oder einer Agentur Erfolgschancen hat. Auf
Wunsch können Sie anschließend mit Ihrem Autorenpaten über Ihr Exposé
und die Bewerbung sprechen und Antworten auf Ihre Fragen bekommen.
Individuelles PatenprogrammBei einigen der Autorenpaten haben Sie die Möglichkeit, ein
individuelles Coaching zu buchen. Hier geht der Autorenpate tiefergehend auf Sie und
Ihre Probleme beim Schreiben ein und versucht, Ihnen Wege und Tricks
aufzuzeigen, sich und Ihren Stil noch weiter zu verbessern. Auf Wunsch begleitet Ihr Autorenpate Sie während Ihrer Bucharbeit.
FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Autorenpaten-Programm Das Programm und die Preise im Detail Das sind die Autorenpaten Manuskript für das Autorenpatenprogramm einreichen
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Autorenpate der WocheRainer Butt
Autorenpate für DrehbuchRainer Butts erstes Drehbuch war
ein „Polizeiruf 110“ – für den Polizeireporter ein großer Erfolg, aber
auch ein Sprung ins kalte Wasser...
Seitdem ist er durch viele, kalte,
warme und auch heiße
Wasser geschwommen und hat sowohl das Drehbuchschreiben als auch das
Drehbuchverkaufen im
autodidaktischen Lern- und Lebenskampf von Grund auf erlernt.
Inzwischen schreibt er seit über zwanzig Jahren Drehbücher für
zahlreiche erfolgreiche Krimireihen und -serien und gilt als einer der
besten und routiniertesten Drehbuchautoren Deutschlands. Die
Serie „Der Ermittler“, für die er die ersten Drehbücher schrieb,
wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis
ausgezeichnet. In jüngster Zeit wurden von ihm entwickelte
Serienkonzepte zweimal beim „Tatort Eifel“ unter die Besten gewählt.
Rainer Butt ist einer der Paten im
Autorenpaten-Programm von Tatort-Schreibtisch.Filmographie (Auswahl):
Drehbücher „Ein starkes Team“
„Tatort Hamburg“
„Tatort Köln“
„Polizeiruf 110 – Schwerin“
„Polizeiruf 110 – Brandenburg“
„K3 – Kripo Hamburg“
„Die Kommissarin“
„Der Fahnder“
„Lisa Falk“
„Abschnitt 40“
„Der Ermittler“
„Soko Leipzig“
„Der letzte Zeuge“
„Großstadtrevier“
„Das Wartezimmer“
Deutscher Filmpreis für "Der Ermittler"
zum Autorenpaten-Programm weiterlesen
Tatort der WocheKrasser Gegensatz
von Beatrix KramlovskyIch schreibe überall: an der Bushaltestelle, im Café, auf Flughäfen und in Bahnhöfen. Aber die Endfassung wird immer hier an meinem Schreibtisch erstellt, in absolutem Frieden, der in krassem Gegensatz zu dem steht, was ich erfinde und festhalte...
Schon meine ersten Beiträge fürs Feuilleton in den 70er Jahren
waren von Gewalt geprägt, was mir – ich war damals eine sehr fröhliche
Studentin – gar nicht so sehr auffiel. Später wurden Ausgrenzungen und
Gewalt neben Heimatbegriff und Kulturenvergleich zu meinem Lebensthema.
Kein Wunder, dass ich so Zugang zur Krimiwelt fand. Ich schreibe keine
typischen Krimis, aber ich beschäftige mich damit, wie man zum Opfer
oder zum Täter wird, egal, auf welche Art, in welcher Form und
Intensität; im Grunde beschreibe ich also den Menschen in all seiner
Pracht und Fehleranfälligkeit.
Beatrix Kramlovsky ist Tatort-Schreibtisch-Autorin und hat für die Reihe
"Tatort-Scheibtisch: Ausgezeichnet" ihre preisnominierte Kurzgeschichte "Dreimäderlhaus" beigesteuert
Mehr Informationen über die Krimi-Kurzgeschichte "Dreimäderlhaus"
E-Book ohne Anmeldung kaufen weiterlesen
Frage der WocheAb wann zählt etwas als "veröffentlicht"? Sind meine Texte auf einer Homepage "veröffentlicht" und greift hier das Urheberrecht?
von Markus Stromiedel

Das europäische Urheberrecht greift dann, wenn ich nachweisen kann, dass
ich der Urheber eines Werkes bin. Wenn ich mit einer Freundin am Strand
spazierengehe und wir uns zusammen eine Geschichte ausdenken, und ich
schreibe diese Geschichte auf, habe ich das alleinige Urheberrecht an der
Geschichte erworben, denn ich kann durch die Niederschrift nachweisen,
dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt diesen Text geschrieben habe.
Denn:
Man erwirbt das Urheberrecht immer an einem Werk, also z.B. an einem Text, nicht an der Idee, die ist nicht geschützt. Das wird verständlich, wenn man an die Idee "Mann liebt Frau" denkt, die natürlich unmöglich zu schützen ist ...
Gleiches gilt auch für andere Veröffentlichungen, z.B. auf einer Webseite: Sobald sie physisch vorhanden und öffentlich aufrufbar sind, sind sie - das sagt schon das Wort - "veröffentlich", und man erwirbt damit das Urheberrecht. Auch auf diesen Beitrag, den Sie gerade lesen, erwerbe ich mit seiner Veröffentlichung ein Urheberrecht, das man im Übrigen nicht abgeben oder verkaufen kann: Man überträgt bei einem "Verkauf" eines Manuskriptes zum Beispiel an einen Verlag niemals das Urheberrecht, sonder immer nur einzelne oder alle Nutzungsrechte, etwa das Buchrecht oder das Abdruckrecht, das Übersetzungsrecht, das Recht auf digitale Publikation, usw., die Liste der möglichen Rechte ist lang. Oder man übergibt die Rechte an seinem Text durch einen Klick auf "AGB akzeptieren" automatisch an eine Firma, z. B. an Facebook oder Google, für immer und alle Zeiten, wenn man einen Text dort postet.
Wenn man sich einen Titel für sein Werk ausgedacht hat, erwirbt man das Recht an dem Titel ebenfalls mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung. Da viele Verlage oder Selfpublisher gerne VOR der Veröffentlichung schon mit dem Titel werben möchte, wird der Titel vorab veröffentlicht, damit das Urheberrecht gilt, z.B. mit einer Titelschutz-Anzeige in einem Branchen-Fachmagazin.
Ganz wichtig: Im Zweifelsfall - und vor allem im Streitfall - musst du, wenn dir jemand dein Werk geklaut haben sollte, vor Gericht nachweisen, dass dein Urheberrecht verletzt wurde. Das heißt, du musst den Zeitpunkt der Veröffentlichung belegen können, also technisch oder durch vertrauenswürdige Zeugen, die vor Gericht für dich aussagen können. Daher ist eine Dokumentation der Entstehung wichtig. Zeugen reichen aus, dafür ist kein Anwalt nötig. Letztlich entscheidet das Gericht.
Sollte dein Werk benutzt worden sein von jemandem, der damit einen eigenen Text geschaffen hat, dann kann es durchaus sein, dass dein Urheberrecht nicht verletzt worden ist. Hier ist entscheidend, ob etwas Neues entstanden ist; ob dein Werk also durch den Bearbeiter auf eine neue Stufe gehoben wurde, oder ob der Nutzer einfach Teile kopiert und benutzt hat. Auch das muss im Streitfall durch ein Gericht entschieden werden.
Wie immer gilt bei juristischen Hinweisen: Diese Antwort gilt nicht als rechtlich verbindlich, da sich geltendes Recht und die
Rechtssprechung ändern kann. Rechtlich verbindlich ist allein
die Expertise eines Fachanwalts.
Markus
Stromiedel schreibt schon seit vielen Jahren als Autor und
Drehbuchautor und blickt auf eine Reihe von sehr erfolgreichen Filmen
und Büchern zurück. Der "Vater" des Kieler Tatort-Kommissars Klaus
Borowski ist zudem Initiator des Autoren-Projektes "Tatort-Schreibtisch"
und gib im Rahmen des Autorenpaten-Programms sein Wissen an ratsuchende
Autorinnen und Autoren weiter.
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Tatort-Schreibtisch-Buch der WocheMischa Bach: "Der Tod ist ein langer trüber Fluss"
Nach einem mutmaßlichen Selbstmordversuch im Rhein weiß Ophelia nicht mehr, wer sie ist. Doch nun kann sie die Toten hören...
Auch der tote Mann, den sie an ihrem neuen Arbeitsplatz in der Bonner
Gerichtsmedizin vorfindet, spricht mit ihr. Ophelia macht sich auf die
Suche nach seiner Geschichte. Es ist eine Reise in eine Vergangenheit,
die mehr mit ihr zu tun hat, als sie ahnt ...
Eine bewegende literarische Novelle, dicht und stimmungsvoll geschriebenDie
Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" wurde 2001 mit
dem Martha-Saalfeld-Preis ausgezeichnet und 2005 für den
Friedrich-Glauser-Preis in der sparte Debüt nominiert
ISBN 9783946312307
Print-Ausgabe: 9,99 € (A: 10,40 €)
E-Book: 6,99 €
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Mischa Bach
alias Dr. Michaela Bach lebt in Essen und wurde in Neuwied am Rhein
geboren. Die Filmwissenschaftlerin, (Drehbuch-)Autorin, Journalistin,
Übersetzerin und Dozentin handelt nach dem Motto "Besser gut erfunden
als schlecht erinnert". Im Fall dieser rund 110 Seiten langen
Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" – ihr Debut als
Krimi-Autorin – mit großem Erfolg. Bis heute hat Mischa Bach zahlreiche
Romane, Theaterstücke und Fernsehdrehbücher geschrieben und gib nun ihr
Wissen und ihre Erfahrung als Dozentin und Dramturgin weiter.
LESEPROBE
Ich
liebe den Fluss. Vater Rhein nennen ihn manche, und die Touristen sind
ganz verliebt in seine Schiffe und seine Ufer, seine Weinbaugebiete und
seine Burgen. Aber das ist es nicht. Ich liebe den Fluss wegen der
Geschichten, die er zu mir bringt, selbst, wenn die meisten davon alles
andere als schön sind. Ophelia nennen mich meine Kollegen, denn es sind
die Geschichten seiner Toten.
Bald werde ich nicht mehr den
leisen Stimmen lauschen können, die sich zu Erzählungen jenseits der
weiß-grün-stahlfarbenen, sauberen Welt der Gerichtsmedizin verweben. Ich
hatte in der Zeitung gelesen, die Regierung wolle unser Institut wie
auch einige andere schließen. Zu teuer hieß es offiziell, aber ich
denke, niemand will die Geschichten der Toten hören. Und ich, die ich
vor über einem Jahr im Fluss meine eigene Geschichte verloren hatte, ich
wäre dann noch einsamer in der eigenartigen Schwärze, dem Nichts meines
Gedächtnisses. Zugleich schien es passend, nach der Schließung nicht
mehr zu wissen, was aus mir wird. Denn nicht zu wissen, was gewesen war,
meine Amnesie, war für mich ein zweites Zuhause geworden. Das war gut
so, auch wenn es weder Polizei noch Ärzte begriffen: Man hatte mich aus
dem Fluss gezogen, ein Selbstmordversuch hieß es. Dafür hatte es sicher
gute Gründe gegeben – es war also folgerichtig, sich nicht zu erinnern.
Die Frau, die es mal gegeben haben musste, die Frau ohne Namen, die in
keinem Vermisstenregister auftauchte, die Frau, die sterben wollte, war
tatsächlich tot. An ihrer Stelle gab es mich, Ophelia, die sonderbare
Helferin in der Bonner Gerichtsmedizin, Ophelia, die Schweigende, die
die Stimmen der Toten hört, die der Fluss ihr bringt. Oder doch bis
jetzt gehört hatte …
Plötzlich hört das
Schaukeln auf. Kein wiegendes Wasser mehr, und das Wirbeln der
Schiffsschrauben wird zu rhythmischem Scheuern auf einer Kiesbank. Dann,
nach einer unbestimmten, unbestimmbaren Weile wiederum Bewegung,
Geräusche, wirr, verwirrend, ich bin dem Fluss entrissen!
Ich
war allein im Institut, als sie ihn mir brachten; ich bin immer die
erste, die kommt, und die letzte, die geht. Der junge Mann konnte nicht
lange im Wasser gelegen haben, sein Körper war noch nicht bis an seine
Grenzen aufgequollen. Im Gegenteil, er sah aus, als wäre er eben erst in
der Badewanne eingeschlafen.
Ich füllte die Papiere für die
Überstellung aus – alle Flussleichen kommen hierher. Schließlich
erleiden die wenigsten einen Herzinfarkt oder dergleichen, während sie
am Ufer stehen, und fallen danach unbemerkt und ohne dass sie jemand
vermisst ins Wasser. Eine natürliche Todesursache ist da selten, und
selbst bei Unfällen und Selbsttötungen gibt es zu viele offene Fragen.
Ich informierte die diensthabende Gerichtsmedizinerin über unseren
morgendlichen Gast, dann setzte ich mich zu ihm und betrachtete ihn
lange.
Der Fluss hatte ihn sich früh geholt, er war
vielleicht Mitte zwanzig, das Alter, auf das sie mich schätzten. Seine
feuchte Haut war blass, schon beinahe bleich. Er hatte schwarzes, kurzes
Haar mit ein paar langen, blauen Strähnen, die ihm im Gesicht klebten.
Vorsichtig schob ich sie beiseite und sah seine Augen, die dunkel und
warm gewesen sein mussten. Jetzt hatten sie den eigenartig wissenden
Ausdruck derjenigen, die ihren Tod in aller Klarheit gesehen haben. Sein
Lächeln dagegen war kaum als solches zu erkennen. Jedenfalls war es
kein Lächeln, das ich je auf dem Gesicht eines Lebenden gesehen hatte.
Manchmal sah ich dieses seltsam-wissende Lächeln, wenn mich mein
Spiegelbild im Vorübergehen in einer der blank geputzten Flächen des
Instituts erwischte. Manchmal sahen es auch die Kollegen, sie zuckten
dann zurück und versuchten, das Schaudern mit einem Witz abzutun:
»Vielleicht
hättest du dich lieber Mona Lisa nennen sollen«, sagten sie dann
manchmal, und ich wusste nie, ließ das Erschrecken sie jedes Mal
vergessen, dass sie diesen Satz und den folgenden bereits wiederholt
geäußert hatten? Denn wie die Flut auf die Ebbe, so folgte unweigerlich
der Zusatz:
»La Gioconda, die ihr eigenes Geheimnis vergessen hat, das wär doch was!«
Damit
stellten sie, zumeist lachend, für sich den Normalzustand der Dinge
wieder her. Ich lachte meist höflich mit und schüttelte innerlich doch
den Kopf. Es waren die Brüche, Momente wie diese, die mir klarmachten,
wenn ich schon einen Namen haben musste, dann Ophelia – Ophelia, die,
zurückgewiesen von Hamlet, isoliert durch seinen Wahn, den Tod im Wasser
sucht und findet. Mich hatte der Tod zwar nicht gewollt, dafür war es,
als hätte mir der Fluss zum Abschied das Totenlächeln geschenkt. Buch kostenlos lesen
Autorenfoto: Stephan von Kobloch weiterlesen
Schreibregel der WocheEin funktionstüchtiger Plot erzählt sich auf der Fläche einer Briefmarke
von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky NeubertGeschichten können in drei Absätzen erzählt werden oder in drei Bänden à 3000 Seiten. Ungeachtet der Länge lässt sich jedes Epos auf einen Plot herunterbrechen. Auf den einen Satz, der aussagekräftig dieses Gesamtwerk beschreibt. Diesen Satz wollen alle hören, die Ihr Werk noch nicht gelesen haben...
Erst recht, wenn es noch gar nicht verlegt worden ist und Sie
versuchen, einen Agenten oder einen Verlag oder eine Filmproduktion
dafür zu interessieren. Bevor diese Leute Ihrem Werk Aufmerksamkeit
widmen, wollen sie mit einem Satz geködert werden.
Das nervt viele
Autoren erheblich, mich auch. Verständlich ist es allerdings schon. Man
kann ja wohl erwarten, dass einem wenigstens der Autor kurzgefasst und
in präzisen Worten erklären kann, worum es in seiner Geschichte geht.
Dafür
darf man gerne auch mehr als einen Satz benutzen. Nur ausufern darf es
nicht. Die Hauptfigur, ihr Ziel, ihre Motivation, das große Hindernis
auf dem Weg zum Ziel, vermeintliches Scheitern, Überwindung und finaler
Erfolg. Damit lassen sich schon etliche Geschichten erzählen. Zum Beispiel der Kinofilm „E.T. – Der Außerirdische“:
„Ein außerirdisches Wesen findet sein Raumschiff nicht mehr, mit dem es in seine Heimat zurückkehren könnte. Es wird vom zehnjährigen Elliott entdeckt, dem Einsamkeit nicht fremd ist, weil er gerade von seinem Vater verlassen wurde. Elliott und andere Kinder beschützen den Außerirdischen vor bedrohlichen Regierungsagenten, die E.T. letztlich doch erwischen. Er stirbt scheinbar, aber durch das zurückkehrende Raumschiff und die tatkräftige Hilfe der Kinder gelingen Wiedererweckung, Flucht und Heimkehr des Außerirdischen.“Sich einen Roman von 500 Seiten abzuringen, ist hart. Dafür den Klappentext zu schreiben und den Plot sozusagen auf dem Format einer Briefmarke zu erzählen, ist manchmal fast noch härter. Es ist durchaus einfacher, Geschichten zusammenzufassen, für die man nicht hart arbeiten musste, weil sie nämlich von anderen geschrieben wurden. Falls Sie also solche Zusammenfassungen üben möchten:
Wählen Sie sich eine Ihnen gut bekannte Geschichte (Kurzgeschichte, Roman, Film…) aus. Und dann versuchen Sie, den Kern dieser Geschichte in wenigen Sätzen zu erzählen.
Das kann Nerven kosten.
Doch so lässt sich diese Fähigkeit trainieren. Spielt man das mit mehreren Leuten gleichzeitig („Jeder schreibt jetzt den Plot von ‚Harry und Sally‘ auf. Zeit: 10 Minuten. Achtung, fertig, los!“) und liest man sich gegenseitig die Ergebnisse vor, kann es sogar richtig Spaß machen.
Und wenn man dieses Kapitel in einem Satz zusammenfasst? Dann könnte der so aussehen:
Legen Sie den Kern ihrer Geschichte frei, das zentrale Bedürfnis ihrer Hauptfigur, ihr äußeres und ihr inneres Ziel, bevor Sie den Plot und seine Wendepunkte in wenigen Sätzen zusammenfassen.Lassen Sie mich noch zwei Sätze hinzufügen:
Das klappt nicht sofort, das muss man üben. So wie alles beim Schreiben.
Diese Regel stammt aus dem Tatort-Schreibtisch-Buch:
Jan Schröters "Goldene Schreibregeln" - 22 Tipps für Autoren und alle, die es werden wollen

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Autorenportrait von Jan Schröter
© Autorenfoto: Hocky Neubert
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Autoren live: Tatort-Schreibtisch-Hörbuch der WocheJan Schröter: "Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte ..."
Tom Schröder will Autor werden! Ein berühmter Autor, das klappt garantiert, ist Tom sich sicher. Dass der Weg zum Erfolg ihn auf jede Menge Abwege führt, macht die Sache kompliziert...
Egal, ob als Blumenverkäufer auf dem Hamburger Isemarkt oder in den Dünen mit Doro, zwischen Textilschmugglerinnen in Südamerika oder auf Drehbuch-Recherche in Australien, Toms schräger Charme schlägt noch in verlorensten Lebenslagen durch - bis ihn Romane und Drehbücher fast das Leben kosten ...
Wer kann einen autobiographischen Roman besser lesen als der Autor selbst? Das hier ist der Beweis!
»Jan Schröter ist ein Spezialist für
existentielle Fragen in lockerem Unterhaltungston, und er beantwortet
sie mit einem sehr feinen, leisen Humor.« - BRIGITTE
ISBN 9783946312345
Hörbuch zum Download: 9,99 €
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Jan Schröter kennt die Höhen und die Tiefen des Autorendaseins schmerzlich genau. Er arbeitete als Journalist und Kolumnist, schrieb Reiseführer und Kurzgeschichten, massierte die Herzen der Zuschauer mit seinen Drehbüchern für den ZDF-Kultdampfer „Das Traumschiff“ und war jahrelang Stammautor der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Bekannt geworden ist er durch seine absurd-komischen Krimis und Romane, in denen er augenzwinkernd und nicht ohne Mitgefühl seine Figuren ins Chaos stürzt.
Ergänzend zu dem Roman »Wie mich mein Deutschlehrer fast umbrachte …« hat Jan Schröter ein zweites Buch geschrieben: »Jan Schröters Goldene Schreibregeln«. In diesem Werk lässt er die Leser hinter die Kulissen des professionellen Schreibens und des Lebens als Autor blicken, natürlich mit einer satten Portion Humor und höchst unterhaltsam.
Autorenportrait von Jan Schröter
„Tatort Schreibtisch - Autoren live“ ist eine Hörbuch-Reihe, in der renommierte und beliebte Schriftstellerinnen und Schriftsteller ihre eigenen Bücher vorstellen. Jeden Monat erscheint ein Roman, ungekürzt und wie bei einer Autoren-Lesung vom Autor selbst eingesprochen. Das ist für Fans eine Chance, ihre Lieblingsautoren ganz neu kennenzulernen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, neue und besondere Autoren zu entdecken.
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Tatort-Schreibtisch-Autorin der WocheMischa Bach: Von Schreibregeln und Backrezepten
Ein Autorenportrait von Gesine Schulz Kennengelernt habe ich Mischa „auf Zeche“, wie
man im Ruhrgebiet sagt. Allerdings malochten wir nicht untertage,
sondern befanden uns in einem Seminarraum mit Tageslicht, bei einem
Drehbuch-Workshop, den sie gab...
Ich war nach einigen Jahren in den USA zurück im Ruhrgebiet und dachte, ich wollte Drehbücher schreiben. Bis heute habe ich keines geschrieben, was jedoch nicht an Mischa liegt, sondern daran, dass ich mich umentschieden habe, nachdem ich ihr Seminar besucht habe. Dreimal. Offensichtlich hat es mir viel Spaß gemacht.
Und genau das hat es auch. Darüber hinaus habe ich bei Mischa viel über das Schreiben gelernt. Aber eben auch, dass ich besser bei der Prosa bleiben sollte. Zum Beispiel habe ich nie begriffen, wo in meiner Drehbuch-Story (eine kohlschwarze Krimikomödie) die Plotpoints saßen. Mischa behauptet noch heute, sie seien vorhanden gewesen, lediglich für mich waren und bleiben sie unsichtbar.
Fast forward: Inzwischen sind wir seit Jahren – um nicht zu sagen: Jahrzehnten – befreundet. In unseren Gesprächen, ob am Telefon oder Auge in Auge beim Tee oder auf gemeinsamen Spaziergängen, geht es oft ums Schreiben, um Filme und natürlich um Bücher, doch auch ums Gärtnern auf dem Balkon und im Garten.
Kurioserweise landen wir früher oder später meist bei Koch- oder Backrezepten. Wir tauschen keine aus. Wir reden nur darüber, doch das gerne ausführlich und mit unterhaltsamen Ab- und Umwegen, jedoch ohne völlig vom Weg abzukommen.
So nimmt es (mich) nicht wunder, dass sie auch eine talentierte Moderatorin ist – zum Beispiel beim jährlichen Krimitag des Syndikats –, und bei hörenswerten Lesungsveranstaltungen im Rahmen der szenischen Lesereihe "Dies ist ein Überfall!" mit den Krimi-Kollegen H.P. Karr und Arnd Federspiel.
Weil ich in der Nähe war, habe ich einmal spontan ihre Schreibsprechstunde im Unperfekthaus besucht. Ich hatte ein winziges Problem mit einer Szene meines Romans, eigentlich kaum der Rede wert, könnte man meinen, doch ich hing daran fest. Mit ihrem Blick fürs Wesentliche entwirrte Mischa den Knoten im Nu.
Umgehend schickte ich eine Bekannte zu ihr, die viel Material für ein Biografie-Projekt zusammengetragen hatte und ratlos war, wie sie es in welche Form bringen sollte. Dank Mischas Vorschlag, daraus ein digitales Projekt zu machen, kam wieder Schwung in die Sache.
Was ich an ihr am meisten schätze? Ihre Offenheit, ihr Sprachgefühl – und dass ich mit ihr so herrlich rumspinnen kann.
Zum Einstieg in ihr literarisches Schreiben empfehle ich eine ihrer Kurzgeschichten, vielleicht Vollmond – ruhig und unheimlich. Von den Romanen mag ich "Der Tod ist ein langer, trüber Fluss" besonders gerne; wie in einem Sog wird man hineingezogen in der Welt einer Frau, die ihr Gedächtnis verlor und nun hören kann, was Tote reden…
Gesine Schulz ist eine Autorenkollegin und gute Freundin von Mischa Bach
Mischa Bach ist Tatort-Schreibtisch-Autorin und hat das Tatort-Schreibtisch-Sachbuch "Drama Baby" sowie die preisgekrönte Kriminalnovelle "Der Tod ist ein langer trüber Fluss" geschrieben.
Mehr Infos zu "Der Tod ist ein langer, trüber Fluss" Buch kostenlos lesen
Autorenfoto: Stephan von Knobloch
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Exklusiv nur bei "Tatort-Schreibtisch":Bücher kostenlos lesen und hören
"Tatort Schreibtisch" ist eine Initiative des Kick-Verlages, der sich der Leseförderung von Kindern und Jungendlichen sowie der Autorenförderung verschrieben hat. Im Rahmen dieser Förderprogramm ermöglicht "Tatort Schreibtisch" auf seinen Webseiten, alle Bücher aus seinem Programm kostenlos zu lesen und zu hören.
Um dieses exklusive und einmalige Angebot anzunehmen, brauchen Sie nur ein kostenloses Tatort-Schreibtisch-Konto zu eröffnen, um sofort danach auf Ihrem Smartphone oder Ihrem Computer alle Bücher und Hörbücher lesen zu können. Die ersten 40-50 Seiten oder die ersten 45-60 Minuten sind immer kostenlos, danach werden Sie gebeten, von "Tatort Schreibtisch" z.B. auf ihrem Social Media Account zu berichten, als Dankeschön schalten wir Ihnen weitere Abschnitte des jeweiligen Buches frei.
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